Grenzach-Wyhlen Wohnungsnot ist kaum zu bewältigen

Die Oberbadische, 27.07.2016 20:34 Uhr

Wieder einmal hatte Bundestagsabgeordneter Armin Schuster sachkundigen Besuch nach Grenzach-Wyhlen eingeladen. Diesmal war Sylvia Jörrißen, die wohnungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zu Gast.

Grenzach-Wyhlen (rr). Bürgermeister Tobias Benz hatte der Bundespolitikerin zunächst das Projekt für die Neue Mitte in Grenzach vorgestellt. Neben allen von der Bevölkerung gewünschten öffentlichen Einrichtungen sei Wohnen hier ebenso wichtig. „Allein ständiges Wohnen schafft die Belebung im Ort, die eben nicht an Öffnungszeiten gebunden ist,“ beschrieb er.

Knappheit von Wohnungen zu niedrigen Mieten sehr gut bekannt

In einer Gesprächsrunde traf Jörrißen dann mit Gemeinderäten und den Vorständen der beiden Wohnungsbaugenossenschaften zusammen. Dabei versicherten sie, dass ihnen die Knappheit von Wohnungen zu niedrigen Mieten sehr gut bekannt ist, aber für finanzschwache Einwohner zu bauen, sei heute schwerer denn je.

„Nicht die eigentlichen Baukosten sind es, die uns dabei stören,“ sagte Bernhard Kemmerling von der Baugenossenschaft Grenzach. „Notwendig wäre es, die Kosten treibenden Bestimmungen für Wohnungen dieser Ansprüche zu verringern.“ So kritisierte er, dass auch für künftige sozial schwache Mieter pro Wohnung eineinhalb Stellplätze anzulegen sind, obwohl diese Bewohner kein Auto besitzen. Ebenso ziehen zum Beispiel überdachte Fahrradabstellplätze die Kosten nach oben, wenn auch Keller vorhanden sind.

Klaus Jost von der Baugenossenschaft Wyhlen wies darauf hin, dass der Wohnungsbedarf für Familien mit mittleren Einkommen kaum noch erfüllt werden kann. Wenn schon keine direkte Förderung für Wohneigentum dieser Einkommensschicht möglich sei, sollte im Bund doch über günstige Steuersparmodelle nachgedacht werden.

Die Christdemokratin bedauerte, dass die erheblichen Fördermittel des Bundes nicht direkt zu den Kommunen durchgereicht werden können, um dort den sozialen Wohnungsbau zu unterstützen. Dies wird allein in Bayern so praktiziert. Alle anderen Bundesländer verfügen über die Mittel. „Wir wissen, dass nicht alles vollständig in die Wohnungsbauförderung gelangt, da werden auch öfter einmmal Schlaglöcher gestopft oder anderes mit diesem Geld gemacht“, bedauerte sie.

In diesem und im nächsten Jahr gibt der Bund neben den sonst üblichen 518 Millionen nochmals zwei Milliarden zusätzlich zur Wohnungsbauförderung an die Länder, erläuterte der Gast. „Ich hoffe, dass die Dringlichkeit überall erkannt wird, denn wenn wir jetzt viele Flüchtlinge mit Wohnraum versorgen müssen und keine Wohnungen für unsere Bedürftigen haben, birgt das ein enormes Maß an sozialem Sprengstoff, warnte Jörrißen.

60 Flüchtlinge sind mit Wohnraum zu versorgen

Benz hatte darauf hingewiesen, das Grenzach-Wyhlen in diesem Jahr 60 Flüchtlinge mit Wohnraum versorgen muss, 2017 werden es rund 130 sein. In diesem Zusammenhang nannte Bernhard Kemmerling Zahlen auf und sagte, Mietpreise von 6,50 Euro pro Quadratmeter seien bei Neubauten nicht mehr zu halten, selbst bei einfacher Ausstattung sind 8,50 Euro fast unmöglich.

 
 

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