Hasel Ohne Thermik geht nichts

Markgräfler Tagblatt, 20.05.2016 00:00 Uhr

Segelflieger benötigen vor allem eins – passendes Wetter. Beim diesjährigen Hotzenwaldwettbewerb war das bisher an drei Tagen der Fall. Noch bis einschließlich morgen wollen sich die Teams messen. Von Saskia Scherer Hütten. „Wir hoffen jetzt noch auf heute und Samstag“, erklärt Bernhard Egger, Pressesprecher der ausrichtenden Luftsportgemeinschaft Hotzenwald (LGH), im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dann hätten wir fünf von acht Wettkampftagen.“ Die Piloten benötigen Luft, in der sich Thermik entwickeln kann. Darunter versteht man warme Luft, die am Boden entsteht und dann aufsteigt. „Sie muss labil sein“, sagt Egger. Als Fußgänger erkenne man das an den Quellwolken am Himmel. Diese dürfen aber wiederum auch nicht zu tief hängen. „Sie sollten erst in einer Höhe von 2000 bis 3000 Metern beginnnen“, weiß der Pressesprecher, der natürlich auch selbst fliegt. Wichtig ist außerdem, dass die Sonne noch durchkommt. „In den vergangenen Tagen war die Luft einfach zu feucht, weil es sehr viel geregnet hat und viel Wasser im Boden war.“ Das Wetter ist für die Segelflieger der entscheidende Faktor. „Das spielt meist eine größere Rolle als das Können der Piloten“, meint Egger und lacht. Für die Flugbegeisterten gibt es spezielle Prognosen. „Wir sehen uns andere Wetterkarten an und können so relativ gut abschätzen, wie sich das Wetter jeweils im Tagesverlauf noch entwickelt.“ Davon wird dann abhängig gemacht, ob und wie weit geflogen wird. Am vergangenen Samstag, Montag und Donnerstag konnte wetterbedingt nicht geflogen werden. „Und auch am Dienstag waren die Bedingungen sehr anspruchsvoll. Keiner hat es geschafft, die vorgegebene Aufgabe zu lösen“, erzählt Egger. An den anderen beiden Tagen flog es sich dafür gut. Es gibt zwei Aufgabentypen: Zum einen die „Racing Task“, bei der es eine vorgeschriebene Strecke gibt. Wer am schnellsten fliegt, gewinnt. Die andere Aufgabe nennt sich „Signed Area Task“. „Dabei wird nicht zu einem fixen Punkt geflogen, sondern in einem bestimmten Gebiet“, erklärt Egger. Diese Form sei vor allem geeignet, wenn das Wetter unsicher ist. „Das erlaubt dem Piloten, spontan auszuweichen.“ Anschließend wird der Geschwindigkeitsdurchschnitt berechnet. Es werden jeweils Tagessieger ermittelt und die Ergebnisse fließen in eine Gesamtwertung ein.