Kandern Sanierung nach Dringlichkeit

Weiler Zeitung, 19.05.2017 23:05 Uhr

Kandern (jut). Kandern ist, was die Anzahl der Brücken angeht, ein Klein-Venedig. 55 Brückenbauwerke auf Kanderner Gemarkung wurden vergangenes Jahr durch das HKR aus Weil am Rhein geprüft. Die Ergebnisse wurden dem Bauamt Ende März vorgestellt. Die meisten Brücken sind ein einem recht guten Zustand – allerdings sind zehn Bauwerke auf Dauer in ihrer Standsicherheit gefährdet.

Diese müssen nun schnellstmöglich durch einen Fachingenieur überprüft werden. Eine dieser betroffenen Brücken, die Simone Penner, Architektin im Bauamt Kandern, in der Sitzung des Technischen Ausschusses ausführlicher beschrieb, steht zwischen Wollbach und Nebenau. Auch die Brücke am Vesteburgweg in der Kernstadt steht in der Dringlichkeit weit oben.

Für die Brücke bei Neben-au soll nun zunächst eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge erfolgen, so dass die Standsicherheit gewährleistet bleibt. Wie auch bei anderen Brücken sollen dort bald weitere Untersuchungen erfolgen, um Erhaltungsmaßnahmen und deren Kosten auszuweisen.

Im Haushalt 2016/17 stehen für Brückenuntersuchungen noch 35 000 Euro zur Verfügung, für Brückenkleinsanierungen sind Mittel in Höhe von 100 000 Euro vorhanden. Der Bauhof könnte kleinere Reparaturen auch selber durchführen. Gewölbeinstandsetzungen, Entrostungen, Beton- oder Brückengeländerinstandsetzungen aber müssen von Fachfirmen durchgeführt werden – dazu sollen Ausschreibungen erfolgen.

Simone Penner zeigte anhand von Fotos, wie die Kategorisierung der Brückenbewertung erfolgte. So wurden bei der Überprüfung „Zustandsnoten für Ingenieurbauwerke“ vergeben, die erste Rückschlüsse zulassen. Die Brücken wurden zudem fotografiert. „Alles, was bis zur Note 2,7 bewertet wurde, ist einigermaßen okay, ab der Note 3,0 besteht aber dringender Handlungsbedarf“, informierte Penner. „Macht man dies nicht, wird es richtig kostspielig“, war man sich im Technischen Ausschuss einig.

Für jede Brücke wurde ein Bauwerksbuch mit einer genauen Beschreibung angelegt. Alle drei Jahre sollen die Brücken künftig in einer Nebenprüfung untersucht werden, alle sechs Jahre wird es eine Hauptprüfung geben. Bürgermeister Christian Renkert hielt fest, dass die Prüfungen im Dezember vorliegen müssen. „Das Geld, das eingestellt ist, reicht, einen Teil der Brücken instandzusetzen“, konstatierte er.

„Den Kostenrahmen müssen wir im Auge behalten“, ergänzte Max Sütterlin, Ortsvorsteher von Wollbach. Bewertungen der Brücken werden künftig auch in den Haushaltsberatungen eine Rolle spielen.

„Das Problem ist, dass wir von manchen Brücken nicht genau wissen, wie alt sie eigentlich sind“, berichtete Simone Penner auf Nachfrage unserer Zeitung. „Sieben Brücken könnten unter die Denkmalschutzrichtlinien fallen – das erinnert fast an das Lied ‚Über sieben Brücken musst du gehen‘“, scherzte Penner.

Zu den zehn Brücken, die einen hohen Sanierungsbedarf haben, zählen unter anderem noch die Brücke an der Lichsengasse, die neben der Kirche in Sitzenkirch, wo das Gewölbe instand gesetzt werden muss, und die in der Hintergasse in Riedlingen.

 
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