Der Verein Tierhilfe Spikyranch mit Sitz in Kandern wird zehn Jahre alt. Tierschutz ohne Grenzen war das Ziel, als der Verein im Februar 2006 gegründet wurde. Das ist gelungen: Die Tierschützer sind mittlerweile bestens im Landkreis und der Umgebung, ja sogar deutschlandweit, in der Schweiz und in Frankreich vernetzt.

Kandern (wz). Etwas Gutes tun für Tiere, die misshandelt oder ausgesetzt wurden, oder die grundlos getötet werden sollen. Hinsehen und Helfen, ob vor der Haustüre oder grenzübergreifend in Zusammenarbeit mit anderen Tierschützern: „Das war unser Ideal“, sagen Karin Zuckschwert und Sonya Wyder-Leu, die beiden Gründerinnen des Vereins. Zu den Idealen gehört auch, dass jedem Tier, meistens sind es Hunde, auf der Spikyranch, dem Wohnhaus von Karin Zuckschwert in Bantzenheim im Elsass, Zeit gelassen wird, sich von schlimmen Erfahrungen zu erholen. Familien oder Einzelpersonen, die sich für das Tier interessieren, werden beraten und begleitet. „Wir sind ein kleiner Verein und kein Tierheim“, betonen die Frauen, um Missverständnissen vorzubeugen.

„Hier in unserer Umgebung konnten wir mit Aufklärung, Gesprächen, Schulungen, Therapien und Unterstützung in vielen Situationen zu einem besseren Verständnis zwischen Mensch und Tier verhelfen“, erzählt Sonya Wyder-Leu. Einige Tiere mussten dank der Vermittlung des Vereins nicht ins Tierheim gebracht werden, andere, die nicht in ihrer Familie bleiben konnten, wurden direkt in ein neues Zuhause vermittelt. „Oder es konnte verhindert werden, dass Tiere aufgrund von Zwischenfällen eingeschläfert werden mussten“, erklärt Karin Zuckschwert.

Besonders motiviert wurden die Vereinsmitglieder dadurch, dass „wir im Laufe unserer Arbeit viele wunderbare Menschen kennengelernt haben. Wir sind gewachsen – dank der Mitglieder und der Unterstützung, die wir erhalten, wie Patenschaften für Tiere, Geld- oder Sachspenden und aktiver Hilfe“, zählen die Frauen auf.

Besuche in Tierheimen in Südeuropa haben den Gründerinnen gezeigt, „wie schwer es an vielen Orten ist, den Tierschutz anzusprechen oder umzusetzen“. Der Verein unterstützt mittlerweile Tierschützer, die wenig Mittel im eigenen Land erhalten, mit Sach- und Geldspenden.

„Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Verständnis dafür haben, dass wir uns für Tiere einsetzen und es gibt viele Menschen, auch hier vor Ort, denen Tierquälerei immer noch egal ist, für die ein Tier wenig oder gar nichts zählt – vor allem dann nicht, wenn es älter oder krank wird“, stellt Karin Zuckschwert fest.

„Wir haben uns auch schon gefragt, ob wir das mental noch aushalten können, wenn wir wieder einen schrecklich zugerichteten Hund oder kleine Katzen in Mülleimern gefunden haben“, sagt Wyder-Leu. Für die beiden ist es aber immer wieder Motivation und ein Wunder, dass Tiere, die so misshandelt wurden, doch wieder Vertrauen zu Menschen fassen und Lebensfreude zurückgewinnen. „Sie geben Liebe und Treue zurück, das berichten auch die Familien, in die wir die Tiere vermitteln“, freuen sich die Tierschützerinnen.

Ihr besonderer Dank gilt all jenen Menschen, die sie über die vielen Jahre hinweg unterstützt und begleitet haben. „Ohne die wären wir nicht da, wo wir sind.“