Von Ralph Lacher

Kleines Wiesental-Neuenweg. Der Entschluss, eine neue berufliche Herausforderung als Pächter und Gastgeber auf der Sankt Wilhelmer-Hütte am Feldberg zu übernehmen, sei ihnen nicht leicht gefallen, sagten Ute und Walter Vollmer am Sonntagnachmittag und im Rahmen des Freundestags, den sie gemeinsam mit dem Landesverband des CVJM beim Freizeitheim „Belchenhöfe“ begingen.

Elf Jahre lang waren die Vollmers Heimleiter der „Belchenhöfe“ zum November verlassen sie Neuenweg und die Belchenhöfe in Richtung Wanderheim und Almhütte Sankt Wilhelm. Grund für die CVJM-Landesverbandsvertreter, Landesvorsitzenden Fritz Bladt aus Murg und Generalsekretär Matthias Büchle aus Karlsruhe, die nicht nur bei den Freizeitheim-Gästen, sondern auch in Neuenweg geschätzten Vollmers zu verabschieden. Das Abschiedsständchen dazu lieferte der Musikverein Neuenweg, der letztlich auch dem scheidenden Ortsvorsteher Walter Vollmer zu Ehren aufspielte.

In seiner Laudatio auf die Vollmers sagte Fritz Bladt, dass die neue Wirkungsstätte der Vollmers, die St. Wilhelmer Hütte auf dem Feldberg, eine der ältesten Hütten am Feldberg ist, wurde sie doch 1819 von St.Wilhelmer und Todtnauberger Bauern errichtet.

„Nach einer anstrengenden Wanderung genießen Sie die herzhafte Verpflegung frisch aus der Küche. Bei uns werden das Brot und sämtliche Kuchen selbst gebacken und der Eintopf stammt nicht aus der Dose sondern wird für Sie frisch gemacht. In unserer Küche verwenden wir Produkte regionaler Anbieter“, diese Beschreibung des Vollmerschen Angebots auf den „Belchenhöfen“ werde man ab November in Neuenweg vermissen, derweil die Gäste der Vollmers dies alles am Feldberg genießen können, sagte Bladt und betonte, dass die Heimleiter in den zurück liegenden elf Jahren dem CVJM-Haus ihren Stempel aufgedrückt habe. Vieles habe man verändert, etwa jedes Jahr mit dem CVJM aus Mutschelbach bei Karlsruhe das ganze Gebäude im Innern neu gestrichen, aber auch den Speisesaal und den großen Saal modernisiert und eine Sauna eingebaut.

All das sei nur möglich geworden, fügte Walter Vollmer an, weil er und seine Frau im Dorf Neuenweg verwurzelt seien. Die Handwerker im Dorf, aber auch die Feuerwehr sei stets zur Stelle gewesen, wenn man um Unterstützung gebeten habe, so der gebürtige Hausener.

Walter Vollmer lebt seit 1986 mit einigen berufsbedingten Unterbrechungen in Neuenweg, arbeitete zuerst als Bäcker in einer örtlichen Bäckerei, führte später den zwischenzeitlich nicht mehr existierenden Dorfladen, ehe er mit seiner Ehefrau Ute 2003 die Belchenhöfe übernahm. Als Bürgermeister-Stellvertreter wurde Walter Vollmer nach der Gründung der Einheitsgemeinde Kleines Wiesental zu Neuenwegs Ortsvorsteher gewählt.

Blatz lobte, dass sich die Vollmers mit den „Belchenhöfen“ identifiziert und frischen Wind hinein gebracht haben. „Das Haus war immer tipptopp in Schuss“, so Bladt. Viele positive Rückmeldungen der Gäste hätten das immer wieder bestätigt. „Euer Weggang bedeutet natürlich einen starken Verlust für dieses Haus, diese große Lücke wird nur schwer zu schließen sein“, sagte Blatz und überreichte Präsente.

Verabschiedet wurden auch Mitarbeiter, die teilweise mit den Vollmers an deren neue Wirkungsstätte am Feldberg wechseln. Verabschiedet wurde auch CVJM-Sekretär Benjamin Seiler. Seiler, der bisher den CVJM-Bezirk Markgräflerland/Südschwarzwald betreute, wechselt zum CVJM Bayern nach Amberg.

Der Freundestag begann mit einem Gottesdienst und bot danach Gelegenheit zu Gesprächen, auch über die Zukunft des CVJM-Freizeitheims.