Kleines Wiesental-Wies (hf). Die Geburtstags- und Solidaritäts-Party rund um den Dorfladen in Wies am vergangenen Samstag war eine starke Bekundung der Solidarität und der Wertschätzung für das Leuchtturmprojekt.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Josha Frey war zu der Veranstaltung gekommen und von Armin Schuster (CDU, MdB) und Rainer Stickelberger (SPD, MdL) wurden ermutigende Grußadressen verlesen. Die zahlreich anwesenden Bürger entschieden spontan, sich der einstimmig verabschiedeten schriftlichen Resolution von Verwaltung und Gemeinderat anzuschließen.

In seiner Begrüßung unterstrich Vorstandsvorsitzender Dieter Miss, dass der Dorfladen von Anfang an nicht als gewinnorientiertes, sondern als soziales Projekt geplant war. „Damit wollten die Bürger einen Beitrag zu der grundgesetzlich verankerten Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ihrer Bürger leisten“, betonte Dieter Miss.

In seiner Ansprache räumte Josha Frey ein, dass man bei der Formulierung eines Gesetzentwurfes nicht immer alle Konsequenzen überblicken könne. Dann müsse man aber auch in der Lage sein, notwendige Korrekturen vorzunehmen, betonte er. „Wies hat ein Beispiel gegeben, dass man nur dort etwas erwarten kann, wo man selbst etwas hineingibt. Die gewaltige Solidarität ist hier überall spürbar. Und ich werde mich persönlich gerne dafür einsetzen, dass gut gemeinte Gesetze nicht dazu führen, dass das Ehrenamt behindert wird“, führte Frey aus.

Ortsvorsteher Rolf Vollmer zeigte sich hocherfreut, dass der Dorfladen im Zusammenhang mit der Mindestlohndebatte Lob und Unterstützung über alle Parteigrenzen hinweg erfahren habe. Er ließ die Solidaritätsadresse von Armin Schuster verlesen sowie das Schreiben, das Rainer Stickelberger an seine Ministerkollegen Nils Schmid und Alexander Bonde gerichtet hatte und in dem es zum Schluss heißt: „Der Dorfladen Wies liegt mir als Leuchtturmprojekt für den ländlichen Raum sehr am Herzen. Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn wir gemeinsam als grün-rote Landesregierung eine Lösung finden würden, mit der der Dorfladen und seine vielfältigen sozialen Projekte überleben können.“

Bürgermeister Gerd Schönbett bezog sich in seinem Grußwort auf den sechsten Geburtstag des Dorfladens. „Eigentlich ist heute ein Freudentag“, bemerkte der Bürgermeister, „denn vor sechs Jahren war nicht sicher, ob wir diesen Tag würden erleben können.“ Die vielen Solidaritätsbekundungen aus allen politischen Lagern wecke die Hoffnung, dass den gemeinsamen Bemühungen Erfolg beschieden sein und eine wirkliche Lösung für gemeinwohlorientierte Projekte und keine Krücke gefunden werde. Die starke Unterstützung die der Dorfladen erfahre mache Mut, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu machen. „Aber heute wollen wir miteinander feiern, so wie es das Projekt verdient hat“, so Gerd Schönbett.

„Den Dorfladen gibt es, weil es die Leute dazu in Wies gibt“, betonte Pfarrer Christian Rave. „Und dazu kann man Wies nur gratulieren.“ Er habe als Zugezogener erlebt, dass sich die Klein-Wiesentäler bisweilen als Verlierer sehen. „Aber wir zeigen es denen allen, dass wir etwas schaffen. Den Dorfladen braucht es, am liebsten mit einigen Filialen“, schloss der Pfarrer unter heftigem Beifall der Besucher.