Kleines Wiesental Naturschutzgebiet mit Bademöglichkeit

Markgräfler Tagblatt, 14.08.2015 23:02 Uhr

Der Nonnenmattweiher ist ein Anfang des 18. Jahrhunderts durch Errichten eines Dammes aufgestauter See in der Nähe von Heubronn (Ortsteil Neuenweg der Gemeinde Kleines Wiesental). Eingerahmt von dunklen Fichten und auf 915 Metern Höhe gelegen, zeichnet sich der idyllische Karsee besonders durch seine seltene Fauna und Flora aus. Der Nonnenmattweiher ist fast 325 Meter lang, 200 Meter breit und bis zu sieben Meter tief. Im Jahre 1987 wurde er mit den umliegenden Wäldern zum anerkannten Naturschutzgebiet erklärt.

Mit der Sommerserie „Ab ins Grüne“ begeben sich unsere drei Zeitungen, Die Oberbadische, Weiler Zeitung und Markgräfler Tagblatt, in die Natur. Dabei wird das Naherholungsgebiet Entegast in Schopfheim ebenso besucht und beleuchtet wie der Nonnenmattweiher im Kleinen Wiesental. Die Lörracher „Schrebergärtner im Paragrafen-Dschungel“ sind ein weiteres Thema. Wie die Burg Landskron an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich erhalten wird, können die Leser im Rahmen der Serie ebenfalls erfahren. In Rheinfelden wird ein Blick in den biblischen Garten auf Schloss Beuggen gerichtet, in Weil am Rhein geht es auf einen Rundgang durch die Käppelin-Kiesgrube, in Bad Bellingen steht das Abenteuer Golf im Mittelpunkt, in Kandern die Wolfsschlucht und in Inzlingen die Aquarianer, die ein Biotop pflegen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Berichte, die bis Mitte September erscheinen werden.

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Von Sarah Trinler

Kleines Wiesental-Neuenweg. Diese Woche kletterten die Temperaturen erneut über die 30-Grad-Marke, und viele suchten die Nähe zum kühlen Nass. Wem es selbst im Schwimmbad, an der Wiese oder am Rhein noch zu warm war, der „flüchtete“ zum Nonnenmattweiher bei Mittelheubronn im Kleinen Wiesental. Eingerahmt von dunklen Fichten, auf 915 Metern Höhe, herrschen angenehme Temperaturen rund um den kleinen idyllischen Karsee – übrigens der einzige Badesee im Landkreis Lörrach.

Der Nonnenmattweiher ist ein Anfang des 18. Jahrhunderts durch Errichten eines Dammes aufgestauter See in der Nähe des Ortsteils Neuenweg der Gemeinde Kleines Wiesental. Nach einem Dammbruch im Jahr 1922 war der See bis zur Wiedererrichtung des Damms Anfang der 30-er Jahre nicht mehr vorhanden. Anfang Juni 1934 feierte man dann die „Einweihung“ des neu aufgestauten Gewässers.

Im Jahre 1987 ist der Nonnenmattweiher mit den umliegenden Wäldern zum anerkannten Naturschutzgebiet erklärt worden. Das etwa 70 Hektar große Gebiet umfasst ein Gletscherkar mit hohen Felswänden, den Karsee sowie seine vorgelagerten Moränenwälle. Der See übt durch seine seltene Fauna und Flora eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher aus. Besonders bei Naturfreunden ist dieser anmutige Ort mit seiner landschaftlichen Schönheit ein beliebtes Wanderziel. Nicht ohne Grund bezeichnete Naturschutzwart Hartmut Heise einst den Nonnenmattweiher als „Juwel“.

Den idyllischen Karsee erreicht man zu Fuß vom Haldenhof auf dem mit blauer Raute gekennzeichneten Wanderweg (in etwa 40 Minuten) oder vom Wanderparkplatz aus (in etwa zehn Minuten). Schon auf dem Weg zum Weiher merkt man, wie es langsam kühler wird, und der Alltag in den Hintergrund rückt. Die herrliche Natur nimmt den Besucher völlig ein. Moorlandschaft, Seerosen, Blumen, Fische, Vögel, Schmetterlinge – beim Nonnenmattweiher gibt es viel zu entdecken.

Familien picknicken am Ufer, Wanderer umlaufen den See, einige nutzen den öffentlichen Grill oberhalb der Badebucht – der fast 325 Meter lange, 200 Meter breite und bis zu sieben Meter tiefe Nonnenmattweiher bietet genug Platz, um auf verschiedenste Weise seine Freizeit genießen zu können. Auch für Angler ist der Karsee ein beliebtes Ausflugsziel. Angler, die im Besitz eines gültigen Jahresfischereischeines sind, können bei der nahe am See gelegenen Fischerhütte Angelkarten erhalten.

Die Fischerhütte, ein malerisch gelegenes Blockhaus zwischen See und Wanderparkplatz, lädt zu Schwarzwälder Spezialitäten ein. Geräucherte Forellen gelten als Spezialität der Fischerhütte von Wirt Werner Schwald. Im gemütlichen Gastraum sowie in der idyllisch gelegenen Gartenwirtschaft werden die Gäste verwöhnt. Die Einkehr heben sich viele Leute für den Schluss eines schönen Badetags am Nonnenmattweiher auf.

Etwa die Hälfte des Sees ist durch eine Barriere aus schwimmenden Baumstämmen begrenzt, wobei die eine Hälfte als Badesee genutzt werden kann. Die andere Hälfte wird durch eine natürliche Torffläche bedeckt, die im Schwarzwald ein einmaliges Phänomen darstellt. Durch das künstliche Aufstauen des Sees Anfang des 17. Jahrhunderts löste sich ein Teil des vermoorten Karbodens ab, und die schwimmende Torfinsel entstand. Biologen entdeckten auf der Insel eine Hochmoorvegetation, geschützte Arten schlagen hier ihre Wurzeln. Das Betreten der Insel ist daher untersagt.

Der Name des Sees geht auf die früher gebräuchliche Bezeichnung für zur Mast vorgesehene Kühe, sogenannte Nonnen oder Nunnen, zurück. Sie wurden früher auf den Matten beim See geweidet. Und es gibt noch eine weitere Sage, die gerne in Bezug auf den Namen des Sees erzählt wird: Laut einer von der einst auf dem Feldberg lebenden Heimatdichterin Paula Hollenweger erzählten Sage sollen sich die Nonnen des beim Nonnenmattweiher gelegenen Klosters gerne von Mönchen aus Marzell besuchen lassen haben. Diese hätten dabei sogar ihre Pferde verkehrt herum beschlagen, um etwaige Späher zu täuschen. Doch Gott habe dem wollüstigen Treiben ein Ende gesetzt. Das Kloster sei im Weiher versunken und man könne in mondhellen Nächten noch heute die alte Glocke aus dem Wasser heraufwimmern hören.