Kreis Lörrach Damit es nicht zu Altersarmut kommt

Die Oberbadische, 12.09.2017 17:26 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die IG Metall haben gestern auf dem Alten Markt in Lörrach im Vorfeld der Bundestagswahl ihr Reformkonzept zur Rente vorgestellt. „Das ist ein zentrales Thema und betrifft alle Menschen“, sagte Yvonne Sotorrios, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall im Bezirk Baden-Württemberg.

Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung wird es selbst für qualifizierte Arbeitnehmer immer schwieriger, sich eine gesetzliche Rente zu erarbeiten, die über Hartz-IV-Niveau liegt, erklärte Jan Wieczorek, DGB-Gewerkschaftssekretär. „Es wird daher in Zukunft viel mehr Altersarmut geben, wenn nicht gegengesteuert wird. Das birgt Sprengkraft zwischen den Generationen“, machte der Gewerkschafter deutlich.

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„Daher muss das Rentenniveau stabilisiert und angehoben werden“, so Wieczorek im Gespräch mit unserer Zeitung. Als oberste Ziele nannte er neben der Anhebung des Rentenniveaus auch eine Absage an die Agenda 2010, zudem die Abschaffung von Leiharbeit und Werkverträgen sowie die Stärkung der betrieblichen Rente. Dazu gehöre auch, die Tarifverträge für allgemein verbindlich zu erklären, unterstrich Sotorrios. Außerdem soll die Mütterrente aus Steuermitteln finanziert und Arbeitgeber wieder paritätisch an den Versicherungsbeiträgen beteiligt werden.

Die Parität bei den Beiträgen wäre ein erster konkreter Schritt zu einer gerechten Verteilung der Lasten im Gesundheitswesen, weitere Schritte müssen mit den Weichenstellungen hin zu einer Bürgerversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung folgen, mit welcher weitere Entlastungen für die Beschäftigten verbunden ist, geht aus dem Reformkonzept der Gewerkschaften hervor.

Die Resonanz seitens der Passanten sei groß gewesen, wie Sotorrios auf Nachfrage erklärte. Die wichtigen Zukunftsfragen würden viele Menschen sehr beschäftigen, hieß es.

Kritisch äußerten sich beide Gewerkschaftssekretäre hinsichtlich der Parteien. Abgesehen von der Linken wäre die SPD bei den Forderungen der Gewerkschaft schon ein Stück entgegengekommen, die übrigen Parteien würden die gesellschaftlichen Herausforderungen kaum thematisieren.

 
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