Kreis Lörrach Frauen leiden viel häufiger

Die Oberbadische, 08.09.2017 17:05 Uhr

Kreis Lörrach. Immer mehr Menschen im Landkreis Lörrach sind von Migräne betroffen. Das zeigt eine Auswertung der AOK Hochrhein-Bodensee. 1750 AOK-Versicherte waren nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen im Jahr 2015 deswegen in Behandlung, wie die Kasse jetzt mitteilt. 2011 waren es noch 1478 Fälle. Das ist eine Steigerung um knapp 20 Prozent in einem Fünfjahreszeitraum.

Nicht nur ein Klischee, sondern auch Fakt ist, dass Frauen häufiger unter Migräne leiden. Sie machen im Landkreis rund 80 Prozent aller Betroffenen aus. Am stärksten betroffen sind Frauen im Alter von 45 bis 54 Jahren. In dieser Altersgruppe leiden acht Prozent aller Frauen an Migräne.

Die Dunkelziffer dürfte noch höher sein, da nicht alle Betroffenen zum Arzt gehen. „Die Fachmedizin geht davon aus, dass innerhalb eines Jahres rund sechs Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen an Migräne und deren Symptomen leiden“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK.

Migräne-Anfälle kommen oft ohne Vorwarnung und können rasch unerträglich werden. Die Kopfschmerz-Attacken gehen oft einher mit Symptomen wie Übelkeit oder Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. „Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, es gibt jedoch eine genetische Veranlagung dafür“, erklärt die AOK-Ärztin. Zu den Auslösern einer Migräne zählen unter anderem hormonelle Schwankungen, aber auch Stress und Schlafmangel, Reizüberflutung, das Auslassen von Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen. Auch können Migräne-Attacken einsetzen, wenn die Betroffenen zu wenig getrunken haben.

Um Migräne-Anfälle zu verhindern, sollten Betroffene auf die Auslöser achten und sie möglichst meiden. Auf jeden Fall wirken Maßnahmen wie eine geregelte Lebensweise und Ausdauersport vorbeugend. Auch Entspannungsübungen helfen ebenso wie Ruhe und Schlaf. Schmerzmittel wie Paracetamol oder Aspirin in richtiger Dosierung können bei leichten Attacken hilfreich sein.

Werden Schmerz- oder Migräne-Mittel jedoch zu häufig eingesetzt, kann dies zu chronischen Kopfschmerzen führen. „Zur geeigneten Migräne-Behandlung sollten Patienten einen Arzt konsultieren für eine individuelle Beratung. So kann der Experte die beste Form der Therapie finden“, empfiehlt die Medizinerin

 
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