Von Marco Fraune

Kreis Lörrach. Der FDP-Kreisverband besinnt sich liberaler Wurzeln. In der vormaligen FDP-Hochburg Grenzach-Wyhlen erstrahlte beim Neujahrsempfang im Zehnthaus neben Gelb und Blau nicht nur die neue Farbe Magenta in dem Logo, sondern inhaltlich gesellte sich die Farbe Grün dazu. Auch liberale Grundwerte wurden bei der vom Wählerstimmenschwund heimgesuchten Partei beschworen.

An alte Zeiten erinnerte bei dem Empfang vor allem, dass die CDU als Ex-Koalitionspartner dem früheren Juniorpartner in Bund und Land seine Verbundenheit zeigte. Der heimischen Bundestagsabgeordneten Armin Schuster konnte dann ebenso wie rund 40 weitere Gäste erfahren, welche Richtung die FDP einschlagen will, um im nächsten Jahr nicht auch noch aus dem baden-württembergischen Landtag zu fliegen. „Die ökologische Orientierung war in den Grundwurzeln der FDP verankert, noch bevor es die Grünen gab“, erinnerte der stellvertretende Kreisvorsitzende Valentin Weislämle, um angesichts des allgemeinen Klimawandels eine ökologische Richtung der Partei einzufordern.

Passend dazu trat auch „das ökologische Politik-Fossil der FDP“, Manfred Vohrer, auf, der mehr Marktwirtschaft im Umweltschutz und mehr Umweltschutz in der Marktwirtschaft als seine Anliegen definiert. „Wir wollen wirtschaftliches Wachstum, das nicht mit immer mehr Ressourcen verbunden ist“, forderte der frühere Bundestagsabgeordnete (1972 bis 1983). Vohrer stellte zudem die These auf, dass es die Grünen heute nicht geben würde, wenn die Liberalen vor 40 Jahren dieser Zielrichtung gefolgt wären.

Aus den Karlsruher Freiheitsthesen zitierte der neue FDP-Kreisvorsitzende Harry Vogt, womit er auf die Antriebsfeder des Engagements von Liberalen abzielte: „Als einzige Partei in Deutschland macht die FDP die Freiheit des einzelnen Menschen zum Maß, Mittel und Zweck all ihrer Politik.“ Im neuen Jahr müsse man auch wieder nach außen hin klar machen, dass die FDP für „mehr Chancen durch mehr Freiheit“ stehe. „Wir haben Lust darauf, die Zukunft zu gestalten und wollen uns nicht in der Gegenwart zurücklehnen.“

Ein bisschen Vergangenheitsbewältigung erfolgte für die Kreisebene auch durch eine kurze Analyse von Wahlen, die für Efringen-Kirchen, Rheinfelden, Weil am Rhein und Grenzach-Wyhlen mit „achtbaren Ergebnissen“ beschrieben wurden, wobei unerwähnt blieb, dass beispielsweise in der Doppelgemeinde die Liberalen bei der Gemeinderatswahl beim Stimmenanteil um rund die Hälfte geschrumpft sind. Für Lörrach, wo das Ergebnis als „enttäuschend“ beschrieben wurde, meinte Vogt: „Wir müssen die große Zahl liberaler Bürger nur abholen.“ Ein erster Schritt sei, dass die Strukturen dort „wieder funktionieren“.

Unterm Strich hielt der FDP-Kreisvorsitzende fest: „Ich bin zwar fest davon überzeugt, dass es unser liberales Gedankengut mehr denn je braucht. Wir müssen aber ganz, ganz feste daran arbeiten, dies auch zu vermitteln.“