Kreis Lörrach Günstig und doch effizient

Die Oberbadische, 17.07.2017 23:05 Uhr

Aarau (sda). Ein neues Katalysatormaterial macht das Speichern von Sonnen- oder Windenergie in Form von Wasserstoff effizienter und kostengünstiger. Entwickelt haben das Material Forscher am Paul Scherrer Institut (PSI) im schweizerischen Villigen und an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa.

Um Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und zu transportieren, setzen Fachleute auf Wasserstoff: Solar- oder Windenergie betreiben eine Elektrolysezelle, in der Wassermoleküle in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten werden. Der Wasserstoff dient dann als Energieträger, lässt sich in Tanks speichern, transportieren und kann etwa Fahrzeuge mit Brennstoffzelle antreiben.

Forscher des PSI und der Empa stellen nun ein neues Katalysatormaterial vor, das die Spaltung der Wassermoleküle beschleunigt und zugleich kostengünstig ist, wie das PSI gestern mitteilte. Davon berichten die Forscher im Fachblatt „Nature Materials“.

Bisher seien Katalysatoren für die Elektrolyse entweder günstig, aber ineffizient, oder effizient, aber teuer gewesen, weil sie Edelmetalle wie Iridium enthielten, erklärte PSI-Forscherin Emiliana Fabbri laut der Mitteilung. „Wir wollten einen effizienten Katalysator entwickeln, der zudem günstig ist, weil er ohne Edelmetalle auskommt.“

Bei dem Material handelt es sich um einen sogenannten Perowskit, eine komplexe Verbindung aus Barium, Strontium, Kobalt, Eisen und Sauerstoff. Perowskite haben im Bereich der Fotovoltaik für Furore gesorgt, weil Perowskit-Solarzellen Energie zum Billigtarif liefern könnten, wenn sie die Marktreife erreichen.

Im Falle des Katalysatormaterials gelang es den Forschern, ein Verfahren zu entwickeln, um den Perowskit in Form winziger Nanopartikel zu erzeugen. Diese winzigen Partikel zum Katalysator zusammenzusetzen mache seine Oberfläche besonders groß und die chemische Reaktion damit besonders effizient, schrieb das PSI.

Das Herstellungsverfahren und das Material bestanden erste Tests, wie es hieß. Das Verfahren, das auf einem sogenannten Flame-Spray-Gerät beruht, lasse sich leicht in den industriellen Maßstab erweitern, um große Mengen des Materials herzustellen.

 
          0