Kreis Lörrach Kernforderungen und Knackpunkte

Die Oberbadische, 28.08.2014 23:02 Uhr

Regio (umi). Eine bessere Lösung als die der Bahn ist beim Ausbau der Rheintaltrasse möglich. Ob es die von Gemeinden und Bürgerinitiativen geforderte „beste Lösung“ ist, hängt vom Schulterschluss der Bundes- mit der Landesregierung ab.

„In Eimeldingen und Haltingen ist das nicht gelungen“, bedauerte der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster am Mittwochabend im Gespräch mit CDU-Politikern und Vertretern aus Bürgerinitiativen im Rathaus Auggen. Jede Optimierung verursache Mehrkosten, über die das Parlament entscheiden müsse. Es sei daher wichtig, dass sich Bundes- und Landespolitiker vor Ort ein Bild machen, betonte Schuster.

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Er finde diese Einblicke sehr beeindruckend, dankte Ulrich Lange, verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Auch der Politiker bezeichnete das Beispiel Eimeldingen als eine „suboptimale Lösung“. Die Politik brauche kompetente Vertreter der Bürgerinitiativen wie Gerhard Kaiser, um argumentativ und auf Augenhöhe mit Vertretern der Bahn diskutieren zu können, sagte Lange.

Thema war der Planfeststellungsabschnitt 9.0 (Buggingen bis Auggen), dessen Ausbau auch Auswirkungen auf Kommunen im Landkreis Lörrach hat. Es gebe inzwischen drei kreuzungsfreie Varianten. Nicht gewollt werde die mit obenliegenden Gütergleisen, so Schuster. Bei einer Tieflage-Variante ist der Knotenpunkt nördlich von Hügelheim, bei der anderen, der „besten Lösung“ (Kernforderung 6) , liegt der Knoten südlich des Bahnhofs Auggen. Letzteres fordern die Gemeinden und Bürgerinitiativen.

„Ich bin da sehr zuversichtlich“

Auf dem Abschnitt 9.0 komme nur die beste Lösung in Frage. „Ich bin da sehr zuversichtlich“, erklärte Gerhard Kaiser (MUT/IG Bohr). Beim Knoten in Hügelheim würden Fern- und Güterzüge auf einem Gleis fahren, während bei der Kernforderung 6, mit dem Knoten südlich von Auggen, der Güter-, Nah- und Fernverkehr auf separaten Gleisen fahre mit tiefliegenden Güterzuggleisen – was hohe Lärmschutzwände vermeidet. Alle Güterzüge – aktuell 258 in 24 Stunden – fahren durch den Katzenbergtunnel und umfahren die Klotzgemeinden: Bad Bellingen, Rheinweiler, Istein, Kleinkems, Efringen-Kirchen, betonte Kaiser. Das begrüßte auch Walter Hollerried, Erster Landesbeamter des Landkreises Lörrach.

Die Arbeit von Gerhard Kaiser und allen Aktiven in den Bürgerinitiativen seien „ein Jahrhundertwerk für sich“, betonte der Landtagsabgeordnete Patrick Rapp. Die Politik müsse sich ihrer Verantwortung für das Wohl der Menschen über Parteigrenzen hinweg stellen. Er sei zuversichtlich, dass das Land die Hälfte der Mehrkosten übernehmen werde, so Rapp.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Nicole Razavi, lobte die konstruktive und kritische Begleitung der Kommunen und Bürger.

Vom Gesamtpaket einer Optimierung profitiere auch die Bahn, sagte Auggens Bürgermeister Fritz Deutschmann. Und für den Staat sei das Geld eine gut angelegte Investition für 50 bis 100 Jahre zum Wohle aller Menschen der Region, ergänzte Günter Danksin, Beigeordneter der Stadt Müllheim.

Ende Juli hat der Projektbeirat entschieden, dass die „beste Lösung“ für die niveaufreie Verknüpfung der alten und neuen Trasse geprüft werden soll. Ein Erfolg, der die Bedeutung des Projektbeirates zeige, betont Armin Schuster. Dieses Instrument könnte auch Modell für künftige Großprojekte sein. Gelingen könne ein menschenfreundlicher Ausbau der Rheintaltrasse aber nur, wenn Bund und Land an einem Stang ziehen und die Mehrkosten zu gleichen Teilen tragen. Da waren sich bei dem Treffen alle Redner einig. Im Bundestag gehe er von einer parlamentarischen Mehrheit aus und hoffe, dass dies auch Landtag gelinge, meinte der CDU-Bundestagsabgeordnete Schuster.

 
 

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