Kreis Lörrach „Lörracher Weg die beste Lösung“

Die Oberbadische, 06.02.2014 23:00 Uhr

Von Jörg Bertsch

Kreis Lörrach. Um grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitssystem, um das Hausarztzentrierte Versorgungssystem und über Qualitätsmessung von medizinischen Leistungen ging es gestern in der Lörracher Geschäftsstelle der AOK Hochrhein-Bodensee. Zu Gast waren die CDU-Abgeordneten Armin Schuster und Ulrich Lusche.

„Politische Kaffeestunde“ heißt das Treffen, zu dem die AOK künftig ein- bis zweimal jährlich die politischen Entscheidungsträger in den drei Landkreisen ihres Einzugsgebiets einladen will, um sich mit ihnen in zwanglosem Rahmen über gesundheitspolitische Themen auszutauschen, sagte Pressesprecher Gerhard Gottwald bei der anschließenden Medienorientierung.

Das Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurde erst vorgestern beim Besuch der Sozialministerin Katrin Altpeter prominent diskutiert (wir berichteten). Das derzeit auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Lörrach entstehende Onkologische Zentrum des Unispitals Basel werde diesbezüglich eine Win-win-Situation herbeiführen, zeigte sich Uwe Daltoe, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Hochrhein-Bodensee, überzeugt: „Die Situation des Kreiskrankenhauses wird gestärkt!“

Qualität in der Medizin war ein weiteres Thema, weil schlechte Qualität nicht nur den Patienten schadet, sondern für die Kassen auch ein Kostenfaktor ist. In Berlin denkt man über die Schaffung eines Qualitätsinstituts nach, wie Armin Schuster berichtete. Sein Parteikollege Ulrich Lusche warnte davor, ein bürokratisches Monster in die Welt zu setzen. Qualität müsse eher werbend als per Dekret durchgesetzt werden.

Für AOK-Geschäftsführer Dietmar Wieland ist klar, dass strukturelle Probleme im Gesundheitswesen mittel- und langfristig nur auf der Qualitätsschiene gelöst werden können. Er würde es befürworten, wenn die Kassen selektive Verträge mit qualitativ hochwertigen Einrichtungen abschließen dürften. Nötig sei eine flächendeckende, qualitativ hochstehende Grundversorgung, verbunden mit punktuellen Spezialkliniken wie etwa dem Herzzentrum Freiburg/Bad Krozingen.

Neben der Qualität sei aber auch die rasche Erreichbarkeit ein wichtiges Kriterium, warf Armin Schuster ein. Und schon war man beim „Lörracher Weg“, der darin besteht, dass sich die drei Standorte des Kreiskrankenhauses und das „Eli“ jeweils mit hoher Qualität auf unterschiedliche Fachgebiete konzentrieren. „In Lörrach hat man da etwas Richtiges gemacht, noch bevor die Bundespolitik überhaupt daran dachte“, lobte Schuster, und er fügte hinzu: „Die Lörracher Landrätin hat zwar vielleicht ein paar Probleme mehr als ihre Kollegen, die die Kliniken privatisiert haben. Aber für die Region ist die hiesige Lösung die beste.“