Kreis Lörrach Mit Charme und Qualität

Die Oberbadische, 06.03.2016 15:25 Uhr

Von Peter Ade

CULT ist Kult geworden. Die vierte Job- und Bildungsmesse im Grüttpark Lörrach hat die Erwartungen des Veranstalters, die Wünsche der Aussteller und Anbieter und den Wissensdurst des Publikums voll erfüllt.

Kreis Lörrach. Sabrina aus Rheinfelden hat’s auf der CULT nicht leicht. Nach einem Sportunfall humpelt die 17-jährige Schülerin mühsam an Krücken von Stand zu Stand. Sie schaut bei Polizei und Zoll vorbei, informiert sich an der Krankenpflegeschule, flirtet mit dem Azubi eines Metallbauers, guckt kurz zu den Frisören und schlürft dann beim Catering einen Kaffee.

Sabrina fühlt sich mit ihrem Handicap ziemlich geschlaucht. „Aber ’s war super“, erzählt sie nach dem zweistündigen Rundgang ihrer Freundin. Marina will gleich nochmals ins Getümmel und zwar ganz gezielt zu Kaltenbach, denn die Lörracher Maschinenfabrik bildet unter anderem in Mechatronik aus. „Das reizt mich“, beantwortet der aufgeweckte Teenager die Frage nach dem Berufswunsch.

Der Andrang war besonders am Freitag, dem Eröffnungstag riesig (wir berichteten). Schulklassen aus der Region schauten vorbei, und das Gros der jungen Leute war beeindruckt bis begeistert von den Präsentationen der 90 Aussteller mit fast 260 Ausbildungsangeboten.

„Das alles könnten wir im Unterricht in dieser Fülle niemals rüber bringen“, sagt ein Klassenlehrer aus Schopfheim. Auch deshalb öffnete die CULT an zwei Tagen auf dem Messegelände im Grüttpark Tür und Tor.

Firmen und Unternehmen, Banken und Versicherungen, Berufsberatung der Arbeitsagentur, Bundeswehr, Polizei, Gesundheitsdienste, die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und weiterführende Bildungsanbieter informierten geduldig und die Leute vom Finanzamt sogar mit Charme, denn die Behörde braucht ebenfalls Nachwuchs.

„Uns ist aufgefallen, dass viele junge Menschen mit konkreten Vorstellungen angereist kamen“, sagte Martina Hug von der „Job- und Bildungsmesse CULT“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht nur angehende Abiturienten, auch Real- und Hauptschüler hätten nach guter Vorbereitung durch das Messeorganisatonsteam unter Leitung von Markus Hug „qualifiziert gefragt“.

Dies konnten mehrere Ausbilder, die Rede und Antwort standen, nur bestätigen. Zum Beispiel Schulleiter Rainer Böheim von der Altenpflegeschule „Manoah“ an der Wiesentalstraße und Christina Ade-Schwöble von der Krankenpflegeschule, die sich über „ausgeprägte Sozialkompetenz“ der jungen Menschen freute.

Fazit der CULT-Organisatoren Markus und Martina Hug: „Die Bildungsmesse ist angekommen.“ Fast magnetische Wirkung entfachten die Vorträge von Armin Ruser („Plan B - höchste Zeit für Veränderung“) und Andreas Niedrig. Der Hochleistungssportler, Coach und Motivator sprach zum Thema „TUN - nicht unnötig trödeln“.