Kreis Lörrach Verkehrsader ist verstopft

Die Oberbadische, 03.03.2016 20:54 Uhr

Von Marco Fraune

Stau und zäh fließender Verkehr gehören auf der B 317 zwischen Weil am Rhein bis zum Feldberg zum Alltag. Bürgermeister aus den Anrainerkommunen lieferten gestern Eindrücke von einer der viel befahrensten Bundesstraßen in Südbaden. Ihr Adressat: das Bundesverkehrsministerium.

Kreis Lörrach. Ob ein vierspuriger Ausbau zumindest schon einmal geplant werden soll, wird in Kürze der neue Bundesverkehrswegeplan zeigen. Bislang ist dieses Zukunftsprojekt als „weiterer Bedarf“ enthalten, was keine weiteren Planungen nach sich zieht. Obwohl erst in wenigen Tagen der Bundesverkehrswegeplan 2015 in Berlin öffentlich gemacht wird, ließ der zuständige parlamentarische Staatssekretär, Norbert Barthle, zumindest seinen Wunsch durchblicken. „ Ich strebe eine höhere Einstufung des vierspurigen Ausbaus an.“ Was Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt aber für Wünsche hat, wisse er nicht. Außerdem muss der Plan, der nun kein Wünsch-dir-Was-Katalog mehr sein soll, noch durch das parlamentarische Verfahren, bis er dann bis Ende des Jahres als Gesetzespaket geschnürt werden kann.

Falls der Ausbau in der Prioritätenliste tatsächlich nach oben rutscht, könnte erst einmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Eine Verkehrszählung sowie die Erarbeitung von Varianten für Lösungsmöglichkeiten stehen dann an. Sollte hingegen der Status „weiterer Bedarf“ bleiben, rät Barthle, dann nach regionalen örtlichen Verbesserungsmaßnahmen zu suchen.

Ein Knackpunkt, den besonders der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster kritisiert, ist die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen Land und Bund. Stuttgart müsse die Projekte anmelden. Barthle: „Wir als Bund haben nur beschränkte Möglichkeiten.“ So genehmige und finanziere Berlin, doch das Land plane und baue. Anders gelagert ist der Fall bei einem dreispurigen Ausbau mit wechselnden Überholspuren, was das Land aus den laufenden Straßenerhaltungsmitteln finanzieren könnte, erklärte der Staatssekretär. „Wenn das Land mitzieht, könnte es schneller gehen als im Bundesverkehrswegeplan.

Handlungsbedarf an der B 317 gibt es reichlich, zeigten die Vertreter der Kommunen gestern im Schopfheimer Rathaus die Schwachstellen der Strecke auf.

Weil am Rhein: Für Bürgermeister Christoph Huber wäre ein Durchstich in Friedlingen sinnvoll, womit 7000 Fahrzeuge aus der Stadt gehalten werden könnten – ein Dauerthema an der Grenze zu Basel. Die Umfahrung Haltingen wird ebenso angestrebt. Außerdem rechnet er mit einem höheren Verkehrsaufkommen, sobald in Riehen die Ortsdurchfahrt zurückgebaut wird.

Lörrach: Speziell das „Hasenloch“, also die Kreuzung zur A 98, ist hier ein Unfallschwerpunkt. Doch auch die anderen Knotenpunkte der Bundesstraßen werden als problematisch erachtet (siehe nebenstehender Bericht).

Steinen: Ursprünglich bestand einmal die Überlegung der Tieferlegung in diesem Teilabschnitt. Gebaut wurde hingegen ein Kreisel, vor dem sich im Berufsverkehr kilometerlange Staus bilden.

Maulburg: Als „zentrales Übel“ beschrieb Bürgermeister Jürgen Multner die „schlechten Verknüpfungspunkte“. Die Einfädelspur am Autohaus Schultheiß habe zumindest für weniger Unfälle gesorgt. Doch angesichts der Erschließung von 18 000 Hektar setzt Multner auf eine Verbesserung der Verkehrsknoten.

Schopfheim: Auf kreuzungsfreie Anbindungen hofft Bürgermeister Christoph Nitz auch nach Jahren noch, also neue „Ohren“. Damit sollen die B 317 mit der B 518 in Richtung Wehr verbunden werden.

Bei einem vierspurigen Ausbau der B 317 wäre ein Teil der Schopfheimer Strecke laut bisherigem Plan aber außen vor. So sieht dieser lediglich die Strecke zwischen dem „Hasenloch“ in Lörrach bis zur Abfahrt Maulburg-Ost/Schopfheim-West vor. Nitz berichtete dem Staatssekretär aber, dass Flächen auch bis Schopfheim-Mitte für weitere Spuren zur Verfügung stehen.

Hausen: Als „eigentlich idyllisch“ beschrieb der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster die Situation in Höhe der S-Bahn-Haltestelle in Raitbach. Denn hier gibt es eine Fußgängerampel. Doch an dieser staut sich damit der Verkehr. Ein Stück weiter kreuzt außerdem die Bahnstrecke.

Zell im Wiesental: Auf Bürger, die durch den B317-Verkehr belastet werden, machte Bürgermeister Rudolf Rümmele außerdem aufmerksam. Der Ortsteil Atzenbach leide ebenso wie einige Kilometer weiter die Stadt Schönau.

Landkreis: Insgesamt unterstrich Landrätin Marion Dammann Handlungsbedarf angesichts von deutlich mehr als 20 000 Fahrzeugen täglich auf der Bundesstraße. „Die B 317 müsste zum Teil in den vordringlichen Bedarf kommen.“ Heißt: Es soll nicht nur geplant, sondern auch bald gebaut werden, damit die Verkehrsprobleme gelindert werden. Zells Bürgermeister warb dafür, dass die Ausbauplanungen nicht in Schopfheim enden, da ansonsten das Nadelöhr weiter ins Wiesental verlegt werde.

 
 

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