Kreis Lörrach Weichen stellen

Die Oberbadische, 06.10.2016 19:26 Uhr

Kreis Lörrach (wer). Zwei Einzelweichen können wegen des zu großen Raumbedarfs in Haltingen nicht gebaut werden. Aber eine Weiche mit Schlüsselsperre wird eine mögliche Kandertal-S-Bahn an das östliche Gleis der Rheintalbahntrasse anbinden, wie Michael Scheck, Projektleiter bei der Deutschen Bahn, gestern im Rahmen einer Diskussionsrunde über eine mögliche Kandertal-S-Bahn sagte. Zu dieser luden der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und Landtagsabgeordneter Patrick Rapp (CDU) nach Weil am Rhein ein. Mit am Tisch saßen unter anderem Kanderns Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbands Kandertalbahn, Christian Renkert, Christoph Huber, Bürgermeister von Weil am Rhein, Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler sowie Sven Hantel, DB-Konzernbevollmächtigter. Neben der Erschließung des Kandertals bedeute eine zukünftige S-Bahn auch eine Aufwertung des Knotenpunks Weil am Rhein, sagte Schuster im Vorfeld des Gedankenaustauschs, der zwei Ergebnisse hatte: Zum einen wird der Zweckverband gemeinsam mit der Deutschen Bahn die Trassenpläne einsehen und Optionen ausloten, zum anderen wird eine Arbeitsgruppe zusammenkommen, in der Bahn, Zweckverband sowie Nahverkehrsbetreibergesellschaft vertreten sein müssen. Gemeinsam könnte das Betriebskonzept samt Taktung abgeschätzt werden, fasste Schuster zusammen. Das derzeitige Konzept, so Renkert, sieht vor, dass der Badische Bahnhof auf dem Gegengleis angefahren wird und daher Einschränkungen in der Taktung zu erwarten seien. Auch dürften wegen des dichten Verkehrs keine S-Bahn-Züge durch den Katzenbergtunnel geleitet werden, mahnte Huber. Davon abgesehen würde die Erschließung der Kandertalstrecke große Möglichkeiten bieten. Wiederbelebt wurde die Idee durch die Initiative der Schweiz, verwies Renkert auf das Agglomerationsprogramm. Ein Ausbau würde vom Förderprogramm profitieren, klar sei auch, dass noch ein Leitbild erarbeitet werden muss. Zudem sieht Renkert den Zweckverband in der Pflicht, eine mögliche Finanzierung aufzuzeigen. Um Hürden und Machbarkeit auszuloten, sollen die Planungsphasen eins und zwei im Rahmen eines Ingenieurvertrags vergeben werden. Schauen, was die Bevölkerung denkt In diesem Zusammenhang sagte Hantel, dass die weitere Planung nicht vom Bau der Weiche abhängig gemacht werden dürfe, verwies er auf ein Zukunftsprojekt mit einer jahrelangen Vorlaufzeit. Wenn die entsprechenden Bedarfe vor Ort gegeben sind, müsste das Verkehrsministerium mit ins Boot geholt werden und dann die Bedienung der Strecke bestellt werden, verwies Rapp auf eine nötige Ausschreibung. Spannend sei die Frage, wie mit einem elektrischen Schienenbuskonzept die Strecke befahren werden könnte. Was eine mögliche Kandertal-S-Bahn angeht, verwies Hoehler auf eine Realisierung am dem Jahr 2027 im Rahmen des Agglomerationsprogramms. Das von Renkert beschriebene Leitbildverfahren sei zudem der richtige Weg. Überdies nehme der Landkreis Abstand von einer veralteten Kosten-Nutzen-Analyse. Diese werde sich angesichts eines zu erwartenden überproportionalen Wachstums im Kandertal deutlich verändern, gab Kreisrat Paul Renz zu bedenken. Ob im Falle der Realisierung der S-Bahn der Museumsbahnbetrieb aufrecht erhalten werden kann, sei schwer zu sagen, sagte Hantel auf Nachfrage . Daher sollte auch die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden, unterstrich Schuster: „Wir müssen genau schauen, was die Menschen im Kandertal denken.“

 
 

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