Lörrach (hau). Bedingt durch Flüchtlingskrise und den Zustrom muslimischer Bürger ist derzeit kaum ein Thema so aktuell wie die Frage nach der Rolle der Religion. Das 2015 gegründete Institut für Bildung und Zeitfragen SAK Zeit & Wissen bietet im diesjährigen Programm unter dem Stichwort „Religiöser Dialog“ drei spannende und informative Veranstaltungen an. „Das Thema ist jetzt noch aktueller, als wir bei der Planung dachten“, sagt Birgitt Kiefer, die gemeinsam mit Initiator Jürgen Rausch für das Programm verantwortlich zeichnet. Alle drei Seminarveranstaltungen mit Referaten und anschließender Diskussionsmöglichkeit richten sich an Erziehende, Sozialarbeiter, Lehrende, ehrenamtlich Tätige, aber auch an alle, die am Thema interessiert sind, so Kiefer: „Das geht uns ja alle an.“ Zum Auftakt geht es um religiösen Extremismus. Am 17. März, 18 bis 20 Uhr, ist Gernot Meier, Studienleiter für Wissenschaft, Kultur und Medien sowie Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Landeskirche Baden zu Gast. Thema seines Referats: „Ich glaube, was ich will! Fluide Religion als Normalform“. Meier greift die vielfältigen religiösen Optionen der Menschen in Westeuropa auf und stellt die Frage, wie man damit umgeht, auch angesichts fundamentalistischer Gruppen, zu denen man – etwa im Internet – schnell Zugang findet. Zudem werde der Frage nachgegangen, was in der Vielzahl freier christlicher Gemeinden vor sich gehe, und ob sich auch hier eine Art von Parallelgesellschaften entwickeln könne, so Kiefer „Radikaler Islam und das neue Kalifat – Attraktivitätsmomente und Möglichkeiten der (stummen) Prävention“ heißt das Referat am 7. April, 18 bis 20 Uhr mit den beiden Islamwissenschaftlern Florian Volm (Mitbegründer von Trialog) und Sinad Painda. Entsprechende Internetseiten werden dargestellt. Es wird darüber diskutiert, wie die Rekrutierung des IS läuft, und wie man rechtzeitig gegensteuern kann. „Die noch jungen Referenten machen viel Aufklärungsarbeit in Schulklassen und sind nah dran an den Jugendlichen“, so Birgitt Kiefer. Der dritte Teil steht unter dem Motto „Religion im Gespräch“. Die in der Regio vielfach aktive Islamwissenschaftlerin Gudrun Schubert von der Schubert-Durand-Stiftung spricht am 21. April, 18 bis 20 Uhr, unter dem Titel, einem Zitat des Propheten Mohammed: „Wer eine Tochter hat, den schützt Gott vor dem Höllenfeuer“. „Was bedeutet es, in einer islamischen Welt Mädchen oder Frau zu sein" Viele denken ja, alle Muslime sind Experten in puncto ihrer Religion. Das ist aber nicht so“, erklärt Birgitt Kiefer. Die Referentin gehe darum auf Spannungen zwischen Tradition und Moderne beim islamischen Frauenbild ein und forscht nach den koranischen Grundlagen, auf die sich beide Seiten berufen. Damit in der Seminarreihe alle großen Weltreligionen Berücksichtigung finden, ist zudem ein Besuch der jüdischen Gemeinde Basel in Planung. Das Datum hierfür wird noch bekannt gegeben, so Kiefer. n  Für die Veranstaltungen, die alle im Alten Wasserwerk stattfinden, ist eine Anmeldung – auch kurzfristig – erwünscht: Tel. 07621/927915 oder zeitundwissen@sak-loerrach.de; Infos: www.alteswasserwerk.de; Das Institut bietet zudem einen Zertifikationslehrgang Erlebnispädagogik an. Start ist am 15. April (wir berichten noch).

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