Lörrach Chronist der Adenauer-Zeit

Die Oberbadische, 19.06.2017 17:30 Uhr

Lörrach/Bonn (mek). Hans-Peter Schwarz, ein bedeutender Publizist, Politologe und Zeithistoriker, ist am 14. Juni im Alter von 83 Jahren verstorben. Der am 13. Mai 1934 in Lörrach geborene Professor war unter anderem Träger des Historikerpreises der Stadt Münster, des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg, des Konrad-Adenauer-Preises für Wissenschaft und des Großen Bundesverdienstkreuzes. „Schwarz gehörte zu den Ausnahmetalenten, die Forschung, Bücherschreiben und Lehre nicht nur unter ein Dacht brachten, sondern ihnen durchweg eine Solidität verliehen, die ihresgleichen sucht“, würdigte ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einem Nachruf und bezeichnet ihn als „ konservativen Anarchisten“.

Nach dem Studium der Geschichte, Volkswirtschaft, Literaturwissenschaft sowie Soziologie und Politikwissenschaft begann er seine Hochschulkarriere in Osnabrück, wo er über Ernst Jünger promovierte. Nach der Habilitation über die Entstehung der Bundesrepublik wechselte Schwarz nach Hamburg, von dort später nach Köln und landete schließlich in Bonn an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, wo er 1999 emeritierte.

Bekanntheit erlangte Schwarz vor allem als Forscher und Buchautor, darunter einige bedeutende Biografien über Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Axel Springer: „In Erinnerung wird Schwarz bleiben als der ebenso präzise wie literarisch zupackende Chronist der Adenauer-Zeit. Seine zweibändige Adenauer-Biografie hat mehr bewirkt als manches Denkmal oder Straßenschild, um den ersten Kanzler der Bundesrepublik im Gedächtnis nachfolgender Generationen wach zu halten“, würdigt ihn die FAZ. Die Welt bezeichnete ihn als „Biograf der Bundesrepublik“. Dabei sei er ein „unbeugsamer Kämpfer für das, was er für richtig erachtete“, gewesen.

Der Trauergottesdienst und die Beisetzung finden im engsten Familienkreis in Obertüllingen statt.