Nachdem die Suche nach einem Grundstück für das benötigte neue Depot des Dreiländermuseums bislang ergebnislos geblieben ist, machen alle Fraktionen im Lörracher Gemeinderat jetzt Druck. Sie schlagen als Standort den Aichelepark vor.

Von Guido Neidinger

Lörrach. CDU, SPD, Freie Wähler und Grüne haben folgenden gemeinsamen Antrag in der Sitzung des Ältestenrats am Dienstag an Oberbürgermeister Jörg Lutz übergeben: „Die Stadtverwaltung wird gebeten, den nachfolgend gemachten Vorschlag als Standort für den Bau eines neuen Museumsdepots zu prüfen und dem Gemeinderat dazu Bericht zu erstatten.

Die Notwendigkeit für ein neues Museumsdepot ist hinreichend bekannt und braucht daher nicht noch einmal begründet werden. Die Bürgerstiftung Lörrach hat zudem ihre Bereitschaft erklärt, über den von ihr verwalteten Museumsfonds für den Bau zu sorgen. Was fehlt, ist noch ein geeignetes Grundstück.

Die Unterzeichnenden halten das zum östlichen Teil des Aichele-Park gehörende Ge­lände zur Bahnlinie hin für geeignet. Das Grundstück gehört bereits der Stadt. Dort könnte ein städtebaulich gelungenes Gebäude einen optisch und Lärm schützenden Abschluss zur Bahnlinie bilden und gleichzeitig gestalterisch einen neuen Zugang von der S-Bahnstation Museum-Burghof zur Stadt hin einleiten.

Gleichzeitig würde konzep­tionell ein weiterer wichtiger Mosaikstein geschaffen, der die Linie vom Rosenfelspark über die im Campus-Bereich neugestaltete Baumgartnerstraße, Kinderland, Museum und Burghof mit dem Thema Bildung, Betreuung und Kultur verstärken würde.

Gleich­zeitig entstehen Verbindungen zum Meeraner Markt und zur Innenstadt. Besuchern, die mit der S-Bahn an der Haltestelle Museum-Burghof austeigen, könnte so ein attraktiver Eintritt in die Innenstadt geboten werden.

Die noch fehlenden Zwischenstücke südliche Baumgartnerstraße, Aichele-Knoten und Nutzung der Villa Aichele könnten in diese Überlegungen einbezogen werden, beziehungsweise verstärken Überlegungen, die ja schon in diese Richtung führen. Der Aichelepark wäre aufgewertet. Vielleicht gäbe es sogar eine Möglichkeit, das Depot zumindest teilweise auch als Schaulager/Schaudepot zu führen.

Ergänzend soll geprüft werden, inwieweit das angrenzende Sanierungsgebiet Baum­gartnerstraße ausgeweitet werden kann und inwieweit eine Kofinanzierung durch das Land städtebaulich möglich ist.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte der Oberbürgermeister gestern den Eingang des Antrags und betonte: „Der Standort ist ideal und wurde hausintern bereits diskutiert. ch könnte mir hier eine sehr schöne Lösung vorstellen.“

Allerdings sei am Rande des Aicheleparks kein schmuckloser Zweckbau ohne Fenster denkbar, wie er bisher angedacht sei für das Museumsdepot. „Hier muss ein Gebäude hin, das eine entsprechende Qualität aufweist und gut mit der Außenwelt korrespondiert.“ Lutz zeigte sich skeptisch, „ob dies mit den wirtschaftlichen Rahmenbedigungen der Bürgerstiftung zusammenpasst.“

Zur Diskussion stehen bislang 500 000 Euro aus dem Fonds des Museumsvereins, die die Bürgerstiftung für den Bau des Museumsdepots einbringen würde. Lutz nannte auch die Summe, die seiner Meinung nach dazu kommen müsste, um eine städtebaulich gute Lösung im Aichelepark zu erhalten: „Wenn ein Gönner kommen würde, der bereit wäre, eine Million Euro dafür zu geben, würde ich sofort Hurra schreien.“

Abschließend meinte Lutz: „Der Vorschlag liegt auf dem Tisch, und vielleicht gibt es ja eine Lösung. Wir machen uns jedenfalls auf den Weg.“