Lörrach Gemeinde zwischen den Stühlen

Die Oberbadische, 05.03.2015 01:28 Uhr

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Über die Innenausstattung des neuen Gemeindehauses mit Sakralraum der evangelischen Johannesgemeinde wurde am Dienstagabend während der Sitzung des evangelischen Kirchengemeinderates diskutiert. Das Gremium hatte sich im Gemeinderaum auf dem Salzert getroffen, um eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten.

Das Positive zum Neubau der Johannesgemeinde vorweg: Der Baufortschritt sei im Plan, die Umzugswagen sind bereits bestellt. Auch der Kostenplan werde eingehalten. Die Endabrechnung des Rohbaus sei sogar 15 000 Euro niedriger ausgefallen als veranschlagt.

Mit Blick auf die „Prinzipalien“ – Altar, Ambo und Altarkreuz – wurde bekanntgegeben, dass die Gemeindeversammlung einen ersten Entwurf abgelehnt habe. Der derzeitige Stand ist, dass man diese Einrichtungsgegenstände aus der alten Kirche zunächst weiter nutzen und nach einer Denkpause im Jahr 2016 neu darüber diskutieren wolle.

Das zweite Thema betraf die Stühle im Sakralraum. Vier Muster hatte man vorausgewählt. Die Gemeindemitglieder durften Probesitzen. Das Votum fiel auf einen Stuhl, der vom evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe aus optischen Gründen abgelehnt wurde. Der Oberkirchenrat favorisierte ein Modell, das von den Probesitzern als ausgesprochen unbequem empfunden wurde. Pfarrerin Susanne Bömers hatte den ausgleichenden Vorschlag gemacht, auch hier zunächst die 120 vorhandenen Stühle zu nutzen. Eine endgültige Entscheidung zum Stuhlproblem steht noch aus.

Pfarrer Markus Schulz berichtete, dass im Haushaltsjahr 2013 ein unerwarteter Überschuss von 85 081 Euro verblieben sei. Auf seinen Vorschlag hin wurde dieser Überschuss als Rücklage in den Vermögenshaushalt eingestellt.

Unstimmigkeiten gab es in der Arbeitsgemeinschaft „Kirchenmusik“. In den vergangenen Monaten hatte ein Kirchenmusiker ein neues Projekt zunächst mit den Pfarrern besprochen. Anschließend ließ er sich die nötigen Mittel vom Haushaltsausschuss bewilligen. Erst zum Schluss kam das Anliegen bei der Kirchenmusik-AG an.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Susanne Bömers, stellte in einem Papier fest, dass die Arbeitsgemeinschaft nicht lediglich zum Abnicken da sei. Nach dieser Vorgehensweise hätte sich die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft praktisch erübrigt. Sie würde zukünftig nur noch sporadisch bei Bedarf zusammentreten. Das Verhalten der AG Kirchenmusik wurde von mehreren Kirchengemeinderatsmitgliedern gerügt – eine abschließende Lösung wurde aber nicht gefunden.

Neu geschaffen wurde unterdessen eine erste Vorlage eines ökumenischen Flyers über „Kirchliche Bestattungen in Lörrach“. Darin wird über Formen der Trauerfeier, über Trauergespräche und eine weitere Begleitung im Trauerprozess informiert. Die einzelnen Gemeinden wollen den Entwurf jetzt durcharbeiten. Sobald er fertig ist, soll er öffentlich ausgelegt werden.

Nach vielen Jahren als Gemeindesekretärin in mehreren Gemeinden wurde Stefanie Besmens von den Vorsitzende des Kirchengemeinderates Jörg Thalmann und Andreas Klett-Kazenwadel verabschiedet.