Lörrach Im Tanz spiegelt sich Vielfalt

Die Oberbadische, 18.07.2017 02:30 Uhr

Tanzen – über Grenzen und Kontinente hinweg. Das war das Credo der Abschlussveranstaltung eines Tanz- und Theaterworkshops mit Schülern der Albert-Schweizer-Schule (ASS) unter Leitung der Battery Dance Company (BDC) im Werkraum Schöpflin.

Von Katharina Ohm

Lörrach. Der Tanz beginnt auf der Treppe: Passend zu abwärts fließenden Klaviertönen reichen die Kinder, alle in einer Reihe, einen imaginären Ball die Stufen herab. Unten angekommen, geht’s vor einem Fenster weiter, wo weitere junge Tänzer warten. Eine Choreografie, die unübersehbar das Überwinden von Grenzen thematisiert. Denn: Integration steht im Zentrum des Workshops und des internationalen Projekts des New Yorker Tanzinstituts BDC, „Dancing to connect“ (Tanzen, um zu verbinden).

Durch die Zusammenarbeit mit dem Carl-Schurz-Haus in Freiburg konnte das Projekt erstmals in Lörrach zu Gast sein. Ziel ist es, dass Kinder durch körperliche Bewegung zusammenkommen und kulturellen Austausch erfahren. Da Workshopleiterin und Profitänzerin Bethany Lynn Mitchell alles auf Englisch erklärte, konnte die Fremdsprache gleich mit geübt werden.

Das Projekt hatte seinen Ursprung vor rund zehn Jahren in Freiburg. Mittlerweile sind Tanztrainer der BDC in über 50 Ländern tätig, sie bieten vielerorts kurze Workshops mit Schülern an. In Lörrach sind es die Siebtklässler der ASS gemeinsam mit Schülern der Vorbereitungsklasse – also Kindern, die dort die nötigen Deutschkenntnisse für den Schulunterricht erst erwerben.

Die BDC hat sich vor 41 Jahren in Lower Manhatten gegründet, einem Stadtteil New Yorks, in dem es laut dem Leiter der Company, Jonathan Hollander, keine Tanz- oder Theaterszene gab. „Wie also soll man mit der Gemeinschaft, besonders den jungen Menschen, kommunizieren?“, fragten sich die Gründer. Heraus kam Engagement in Schulen, ein Tanzfestival und vieles mehr.

Die Choreografie haben sich die Kinder gemeinsam mit Mitchell erarbeitet. In dieser spiegelt sich erkennbar die Vielfalt der Kinder wider. Ihre Ideen schimmern durch, etwa in den tanzwettkampfartigen Szenen. Auch musikalisch drängt sich neben anderen Stilen immer wieder Hip-Hop in den Vordergrund.

Umrahmt wurde die Aufführung von einem Solo Mitchells und zwei Duetten mit ihrem Partner Shaun Scantlebury, die ihre Zuschauer in traumhafte, mal paradiesische, mal eher discohafte Welten entführten.

Beide Auftritte wurden von den Schülern und deren Eltern mit brausendem Applaus belohnt.

 
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