Lörrach Interesse am Kulturangebot

Die Oberbadische, 10.06.2014 20:36 Uhr

Von Alexander Anlicker

Lörrach. Hoher Besuch im Dreiländermuseum in Lörrach: Bundestagspräsident Norbert Lammert weilte am Freitag auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster in Lörrach, wo er von Landrätin Marion Dammann, Museumsleiter Markus Moehring sowie von den frisch gewählten CDU-Kreis- und Stadträten aus Lörrach empfangen wurde.

Sein „besonderes Interesse am Parlamenterismus“ führe ihn schon zum zweiten Mal nach Lörrach, wo Gustav Struwe im Jahr 1848 die Deutsche Republik ausgerufen hat.

Die Landrätin nutzte die Gelegenheit, die Besonderheiten des Landkreises vorzustellen. Dieser sei besonders heterogen, mit der starken urbanen Ansiedlung in Richtung Basel einerseits und dem ländlichen Raum andererseits. Die Trinationalität in der Nachbarschaft zur Schweiz und zu Frankreich sei eine besondere Herausforderung. Der gallische Elan gepaart mit freiem Schweizer Geist seien der Grund, warum die Revolution 1848 hier ihren Anfang nahm, meinte die Landrätin.

Museumsleiter Markus Moehring führte die Besucher unter anderem durch aktuelle Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg. Diese sei Teil eines grenzüberschreitenden Ausstellungsnetzes von insgesamt 35 verschiedenen Ausstellungen, berichtete Moehring.

Besonders interessiert zeigte sich der zweithöchste Repräsentant der Bundesrepublik an der Arbeit des Dreiländermuseums und insbesondere auch an der Kulturpolitik der Stadt Lörrach. So wollte er wissen, wie viele Schulklassen denn das Museum besuchen und versprach, dem Museum für sein museumspädagogisches Angebot eine DVD mit der Aufzeichnung einer deutsch-französischen Parlamentssitzung in Berlin zukommen zu lassen.

Im Gespräch mit dem Museumsleiter erinnerte Lammert daran, dass er zu Beginn seiner Karriere als Kommunalpolitiker auch beim Thema Kultur angefangen habe und daher später auch gerne im Kulturausschuss des Bundestags saß.

Lammert freute sich über das kulturelle Engagement der Stadt Lörrach und betonte, dass sich Investitionen in die Kultur auch rechneten. Er verwies auf Studien, die belegten, dass sich Kulturangebote nicht nur aus touristischer Sicht bezahlt machten, sondern auch entscheidend seien für die Ansiedlung von Unternehmen und deren Suche nach Fachkräften.

Der Anteil der Kulturausgaben in Bund, Land und Kommunen betrage nur rund 1,8 Prozent, stellte Lammert fest und wandte sich gegen Einsparungen in diesem Bereich. „Das muss sich eine Kulturnation wie die unsere leisten können“, betonte der Bundestagspräsident.