Von Bernhard Konrad

Der Probelauf für Partys im Freien kann beginnen. Mit deutlicher Mehrheit hat sich der Gemeinderat gestern Abend für den Vorschlag der Verwaltung entschieden.

Lörrach. Gegen das Votum des Brombacher Ortschaftsrats sprach sich das Gremium dafür aus, die Flächen unter der Autobahnbrücke zwischen Brombacher Straße und Grütt, bei der Lauffenmühle und im Gebiet Hugenmatt/Alte Straße zunächst probeweise für Partys oder ähnliche Open-Air-Veranstaltungen freizugeben.

Wie mehrfach berichtet, weisen die Skeptiker zum einen auf die ablehnende Haltung des Ortschaftsrats hin, zum anderen bestehen sowohl Zweifel an der reibungslosen Durchführung als auch an einer akzeptablen Lärmbelastung – vor allem für Brombacher Bürger im Umfeld. Auch das Fehlen der Infrastruktur – Strom, Wasser, Toiletten etc. – wurde bemängelt, etwa von Doris Jaenisch (CDU) und Günter Schlecht (SPD).

Ulrich Lusche (CDU) hatte dafür plädiert, zunächst nochmals den Gesprächsfaden mit dem Ortschaftsrat aufzunehmen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Oberbürgermeister Jörg Lutz favorisiert unterdessen, das Gespräch zu suchen, sobald die erste Veranstaltung angemeldet ist und entsprechend bewertet werden kann. Die Verwaltung wies darauf hin, dass die Verantwortung beim Veranstalter liege und Feten mit mehreren hundert Personen nur dann genehmigt würden, wenn ein überzeugendes Konzept vorliege. Auch diese Partys hätten im Übrigen Auflagen einzuhalten. Zudem könne die Kommune für den Probebetrieb „die Reißleine ziehen“, falls sich die Dinge anders als erwartet entwickelten, sagte Lutz.

Zahlreiche Stadträte sprachen sich dafür aus, den Probelauf zu wagen, darunter Hubert Bernnat (SPD), Leonie Wiesiolek (Grüne) und natürlich Uwe Claassen von den Freien Wählern. Sie hatten den Antrag an die Verwaltung gestellt. Mitinitiator Matthias Lindemer versicherte, es sei kein Problem, bei solchen Anlässen für Strom und Toiletten zu sorgen. Fließend Wasser sei nicht zwingend notwendig. Auch die Entsorgung des Mülls könne gehandhabt werden.

Mark Foord, Schüler und nach eigenen Angaben selbst Veranstalter, beschrieb seine frustrierenden Versuche, solche Partys in Lörrach anzubieten. Obwohl ein Konzept vorgelegt worden sei, habe er in der Regel nicht einmal eine Antwort erhalten. Stadtjugendreferent Stefan Dieterle schätzt den Aufwand für große Feten im Freien als so hoch ein, dass nicht mehr als zwei, drei im Jahr zu erwarten seien. Daniela Te Kanawa – sie saß wie Foord im Publikum – pflichtete Lindemer bei und kündigte schon mal an: „Das ist alles nicht so dramatisch.“