Lörrach Politiker stellen mehr Geld für THW in Aussicht

Die Oberbadische, 12.08.2015 02:28 Uhr

Lörrach. „Nur ein zufriedener Helfer ist ein guter Werbeträger“, so der Vorsitzende der THW-Bundesvereinigung, Stephan Mayer, bei einem Gespräch mit ehrenamtlichen Aktiven aus Lörrach und Schopfheim am Montag. Mayer, zugleich innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, machte auf Vermittlung des Wahlkreisabgeordneten Armin Schuster beim Lörracher THW Station und informierte sich über die Stimmung an der Basis (wir berichteten).

Der in die Jahre gekommene Lörracher Fahrzeugpark sei ein Problem, monierte der Ortsbeauftragte Udo Rebell. Ein großer Lkw verbrauche beispielsweise 80 Liter auf 100 Kilometern. Da könnten Übungen schnell einige hundert Euro kosten. Die steigenden Energiekosten rissen laut Rebell ein immer größeres Loch in das Jahresbudget.

Für technikaffine junge Menschen sei die Arbeit mit neuen Fahrzeugen motivierend, betonte Mayer. Geräteausfall und häufige Reparaturen dagegen weniger. Daher sollten 13 neue mobile Prüfteams bei den Ortsvereinen die technische Wartung und Prüfung vornehmen und so zu einer Entlastung beitragen.

Bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen hinke Lörrach etwas hinterher, bestätigte der Freiburger THW-Geschäftsführer Brunhard Grothe. Dies habe allerdings nichts mit einer Bevorzugung anderer Ortsvereine zu tun. Die Fahrzeuge würden strikt nach Alter ausgetauscht.

Insgesamt habe es einen signifikanten Finanzaufwuchs im Bundeshaushalt gegeben, betonte Grothe. Dafür gelte auch den beiden Bundestagsabgeordneten Dank. Mayer bestätigte, dass das THW im Bundestag über die Parteigrenzen hinweg Unterstützer habe. Insgesamt habe das THW ein Jahresbudget von rund 185 Millionen Euro. Mit Sondermitteln von über 17 Millionen Euro sollten in den kommenden Jahren Räumlichkeiten ertüchtigt werden. Davon profitiere auch das Schopfheimer THW, wie der Ortsbeauftragter Sebastian Pfeifer in Erinnerung rief. Ferner steigen die Selbstbewirtschaftungsmittel um insgesamt zwei Millionen Euro, was pro Ortsverband rund 3000 Euro ausmachen werde. Mayer und Schuster sagten zu, sich in den anstehenden Haushaltsverhandlungen für weitere Verbesserungen einzusetzen.

Die Attraktivität des THW hängt nach Ansicht Mayers aber nicht nur am Geld. Man müsse über innovative Instrumente wie eine Anrechenbarkeit der Dienste auf die Wartezeit bei Studienplätzen nachdenken oder das Engagement bei der Rentenberechnung angemessen berücksichtigen. Arbeitgeber, die Mitarbeiter freistellten, sollten öffentlich gewürdigt werden.

Mayers Ziel ist eine Novellierung des THW-Gesetzes. Darin sollten die Abrechnungsmodalitäten klar geregelt werden, wenn zum Beispiel die Polizei die Dienste des THW in Anspruch nehme. Insgesamt soll das THW häufiger zum Einsatz kommen können, das sei die beste Motivation für alle ehrenamtlich Engagierten. Der baden-württembergische THW-Landessprecher Walter Nock regte die Ausarbeitung eines Weißbuches für den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland an, um eine langfristige Entwicklungsstrategie festzulegen.