Lörrach Wochenmarkt schrumpft

Die Oberbadische, 10.08.2017 17:54 Uhr

Von Nele Höfler

Der Lörracher Wochenmarkt wird in den nächsten Jahren kleiner. Der Grund: Viele ältere Marktleute geben ihre Stände aus Altersgründen auf. Es mangelt an Nachwuchs. Das wurde gestern bei einem Besuch deutlich.

Lörrach. Ob im Sommer oder im Winter: Die Lörracher Marktfrauen stehen bei jedem Wetter schon früh am Morgen hinter ihren Ständen. Der Wochenmarkt steht für Vielfalt, regionale Produkte und Tradition. 50 Beschicker präsentieren ihre Waren samstags. dienstags sind es 15 und donnerstags 25.

Während die Händler mit ihren Wagen am Rand stehen, weil sie Strom benötigen, befinden sich die Stände der heimischen Eigenerzeuger in drei Reihen in der Mitte des Neuen Marktplatzes. Dies wird jedoch nicht mehr lange so bleiben. Einige ältere Beschicker geben ihre Stände aus Altersgründen schon bald auf. Es fehlt an Nachwuchs. „Vielen jungen Menschen ist die Arbeit körperlich zu anstrengend. Sie üben lieber andere Berufe aus“, erklärt Gisela Schopferer aus Egringen. Von den drei Standreihen werden nur noch zwei übrig bleiben.

Es gibt zwar ständig Bewerber, allerdings handelt es sich bei ihnen meistens um Blumenhändler oder Imbiss-Betreiber. Diese lehnt die für den Wochenmarkt zuständige städtische Mitarbeiterin Anja Busse jedoch ab und begründet dies so: „Auch wenn wir uns im Wandel befinden, möchten wir regional bleiben.“ Deshalb werden auch Anbieter von exotischen Waren nicht akzeptiert.

Die Beschicker des Marktes kommen alle aus einem Umkreis von 70 Kilometern. Das garantiert den Kunden regionale und frische Ware. „Somit bietet der Wochenmarkt die Möglichkeit, nachhaltig und mit gutem Gewissen einzukaufen“, betont Busse.

Viele Kunden verhalten sich ohnehin umweltbewusst und bringen ihre eigenen Tüten oder Einkaufskörbe mit. So können die Marktfrauen auf Plastikverpackungen verzichten. Hinter dem Wochenmarkt steht ein vielköpfiges Organisationsteam. Es sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Frühmorgens bauen Mitarbeiter des Werkhofs die Marktbänke auf, für Strom wird gesorgt, und die Poller werden heruntergefahren. Beschicker werden mit ihren großen Autos an Engstellen vorbei bugsiert.

Seit 2016 gibt es ein gewähltes Marktgremium, bestehend aus vier Eigenerzeugern und einem Händler. Sie besprechen mit Anja Busse über alle Anliegen und Probleme der Beschicker.

Mit Abstand der umsatzstärkste Markttag ist der Samstag. Er wird nicht für Einkäufe genutzt, sondern auch als Treffpunkt. Dienstags und donnerstags seien die Besucherzahlen stark rückläufig, führt Barbara Leser als Vertreterin der Marktbeschicker aus.

Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte die Bedeutung des Wochenmarktes für Lörrach. Viele Leute kämen von außerhalb, „nur um unseren Markt zu besuchen“. Auch er schätzt die besondere Atmosphäre: „Was gibt es Schöneres, als samstags morgens über den Markt zu schlendern.“ Plötzlich habe es niemand eilig und länger anzustehen störe auch keinen.

 
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