Lörrach Der Zukunft entgegen

Die Oberbadische, 19.02.2017 21:27 Uhr

Die Naturfreunde Lörrach sind fast 100 Jahre alt. Aber sie schauen frühzeitig nach vorn. In einer Zukunftswerkstatt – der ersten eines Lörracher Vereins – stellten sie sich jetzt der Frage: Wie können die Naturfreunde ihre Zukunft für neue und alte Mitglieder attraktiv gestalten?

Die 1923 gegründete Ortsgruppe blickt auf eine große Tradition zurück. Die Ausgangsidee, dass auch Menschen mit einfachem Einkommen, den Zugang zu Tourismus, Kultur und Sport haben müssen, ist auch heute noch aktuell. Die Debatte der „sozialen Schere“ gewinnt gerade wieder an Bedeutung. Die Naturfreunde bieten also auch fast 100 Jahre nach ihrer Gründung Antworten auf Herausforderungen der sogenannten „Post-Moderne“.

Trotz dieser Aktualität und trotz aktiver Reise- und Sportgruppen gibt es auch bei den Lörrachern einen Mitgliederrückgang. Aktuell fehlen Mitglieder mittleren Alters, die auch bereit sind, Verantwortung, zum Beispiel in der Jugendarbeit, zu übernehmen. Denn in einem so breit aufgestellten Verein braucht es Verantwortungsträger und Experten wie Bergführer, Skilehrer, Techniker, Betreuer.

Die Ehrenvorsitzende Vreni Hirt wollte jetzt nicht nur Symptome aktueller Herausforderungen bekämpfen, sondern den großen Fragen der Zukunft mit einer „Zukunfts-Werkstatt“ begegnen. Hierfür konnte sie Corina Kober und Daniela Dietsche vom Landesverband Baden als Moderatorinnen gewinnen.

Über 50 Naturfreunde waren zur Veranstaltung am Samstag zusammengekommen. Unter ihnen Bezirksleiter Hartmut Heise, die Fachgruppenleiter für Ski Heiner Speck und Doris Asal, für Wassersport Simone Steffke, für junge Familien Christel Ehrad, für die Singgruppe K.H. Klemke, fürs Naturfreundehaus Gersbach, Wolfgang Häußel, für den Umweltschutz Doris Löfflad, für die Handarbeit Ruth Wendelspies und für die Senioren Rosemarie Gugel.

Der Berliner Medienwissenschaftler Jens Hirt eröffnete das Kreativtreffen mit einem Vortrag über die Entwicklung des Ortsvereins. Kritisch merkte er an, dass viele gute Aktivitäten nicht öffentlich bekannt gemacht würden. Auch die nicht auf dem heutigen Stand gestaltete Internet-Vorstellung gehöre dazu.

Das Selbstbewusstsein, Teil einer in 48 Ländern aktiven Organisation mit weltweit einer halben Million Mitglieder zu sein, müsse eben auch kommuniziert werden. Dies aufgreifend, waren die Anwesenden gefordert, ihre kritischen und konstruktiven Ideen schriftlich und in offenen Diskussionen einzubringen. Davon wurde reger Gebrauch gemacht.

Besonders diskutiert wurde über die Möglichkeiten professionellen Umweltschutzes, Reisen, Sport und Gemeinschaft, die Naturfreunde-Häuser, aber auch über die Ideale der Naturfreunde und die organisatorische Zusammenarbeit – etwa zwischen Ortsvereinen und Landesverbänden. Dank der guten Organisation der Moderatorinnen bildeten sich schnell Arbeitskreise zu den Themen: Umwelt, Kinder- und Jugendbetreuung, Kooperationen mit anderen Vereinen und Organisationen, neue Trendsportarten, Naturfreundehäuser und Öffentlichkeitsarbeit.

Als ersten Erfolg fanden sich Mitglieder zur Gründung einer Kindergruppe, einem Kreis für Umweltschutz, einer Gruppe zur Förderung der beiden Naturfreundehäuser und eine Mannschaft für neue Trendsportarten zusammen.

Für die Initiatorin Vreni Hirt sind die Erwartungen an die Zusammenkunft übertroffen worden. Sie betrachtet dies als Ansporn, auf diese Weise weiterzuarbeiten. Das frei gesetzte Engagement müsse genutzt werden.

 
 

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