Maulburg Hauptsache, es tut sich etwas“

Markgräfler Tagblatt, 13.09.2017 00:00 Uhr

Von Harald Pflüger

Die Ärzteversorgung in Maulburg nahm am Montagabend in der ersten Sitzung des Gemeinderats nach der Sommerpause einen breiten Raum ein.

Maulburg. In einem Antrag forderte die Bürgervereinigung Maulburg (BVM) die Bildung einer Arbeitsgruppe, die sich der gesundheitlichen Versorgung in der Gemeinde annimmt. Hintergrund des Antrags ist, dass Maulburg nach dem plötzlichen Tod des einzigen Arztes ohne hausärztliche Versorgung ist.

Im Juli stand das Thema als einziger Punkt auf der Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung, die auf ein großes Interesse stieß. Dabei traten die Sorgen der Menschen angesichts des fehlenden Arztes zutage (wir berichteten).

In der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause kam das Thema Ärzteversorgung erneut zur Sprache. Stephanie Scarr, Eva Krumm und Hans Zimmermann von der Bürgervereinigung Maulburg hatten in einem Antrag gefordert, baldmöglichst eine fraktionsübergreifende Projekt-, Initiativ- oder Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Versorgung in der Gemeinde Maulburg“ zu bilden und fachlich versierte Bürger mit ins Boot zu nehmen.

Stephanie Scarr forderte, die Initiative zu ergreifen und nicht abzuwarten, bis sich was tut. Für sie wäre dies „ein wichtiges Zeichen für die Öffentlichkeit“. Wie die Projektgruppe letztendlich heißt und wo sie angesiedelt ist, ist für die BVM zweitrangig. „Hauptsache, es tut sich was“, so Scarr.

Kurt Greiner (Freie Wähler) nannte die Zielsetzung richtig, war sich aber unsicher, ob eine Arbeitsgruppe das richtige Instrument ist. Schließlich, so Greiner, habe man bereits eine Arbeitsgruppe Demografie, die sich des Themas annehmen könnte. Greiner regte ferner an, das Thema Ärzteversorgung in der Verwaltungsgemeinschaft Schopfheim-Hausen-Hasel-Maulburg zur Sprache zu bringen.

Bruno Sahner (SPD) erkundigte sich bei Bürgermeister Jürgen Multner, was sich seit der Sondersitzung im Juli getan hat. „Sie können sicher sein, dass sich was tut“, antwortete das Gemeindeoberhaupt, dem nach eigenen Bekunden nicht daran gelegen ist, „mit jeder Wasserstandsmeldung an die Öffentlichkeit zu gehen“. „Ich bin dran“, versicherte Multner, und bat um etwas Zeit bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 25. September. Dann könne er Näheres sagen.

Bruno Sahner verwies auf Beispiele im Kanton Baselland, wo es bei ähnlichen Strukturen wie in Maulburg gelungen sei, Ärzte anzusiedeln. Man könne Ärzten den Standort Maulburg schmackhaft machen, indem man sie etwa in die Planung eines Ärztehauses einbezieht.

Werner Meier (Freie Wähler) redete ebenfalls einem Ärztehaus das Wort. Eine Einzelpraxis, fand Meier, sei nicht zukunftsträchtig. Die Situation, so Meiers Befürchtung, werde sich noch verschärfen, weil immer mehr Ärzte altersbedingt aufhören werden. Markus Meßmer (CDU) plädierte ebenfalls dafür, das Thema zu forcieren. Den von der BVM eingereichten Antrag halte er für richtig, man dürfe aber auch den von Bruno Sahner angeregten „Plan B“ nicht aus den Augen verlieren. Sahner hatte gesagt, dass man sich schon jetzt Gedanken über das weitere Vorgehen machen müsse, wenn sich die Gespräche des Bürgermeisters zerschlagen. Dazu gehörten Werbung für den Standort und eine Kostenbeteiligung am Praxisbau. Wenn es gelingen würde, drei Ärzte in eine Gemeinschaftspraxis nach Maulburg zu holen, wäre man auf einem guten Weg, sagte Bürgermeister Jürgen Multner, der davon abriet zu warten, bis sich in Schopfheim in Sachen Ärzteversorgung was tut. Nach der Bedarfsfestsetzung der Kassenärztlichen Vereinigung vom Juli stehen dem Mittelbereich Schopfheim drei Arztsitze zu.

Der Gemeinderat kam schließlich überein, das Thema Ärzteversorgung bei der Arbeitsgruppe Demografie anzudocken. Darüber hinaus sollen sich die Fraktionen Gedanken darüber machen, welche Fachleute mit ins Boot geholt werden können.

 
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