Maulburg Wo der SC Champions-League spielt

Markgräfler Tagblatt, 19.06.2017 23:00 Uhr

Zum vierten Mal war der SC Freiburg mit seinem Füchsle-Camp zu Gast beim TuS Maulburg. Drei Tage drehte sich bei 60 Kindern von sechs bis 13 Jahren alles um den Fußball. Passen, dribbeln, Finten schlagen und Tore schießen wie die großen Vorbilder - alles aber ohne Leistungsgedanke und mit viel Spaß.

Von Monika Weber

Maulburg. Bei den Füchsle-Camps, die in den Ferien bei Amateurvereinen der Region stattfinden, darf jeder mitmachen, sofern er sich rechtzeitig anmeldet, denn die 60 Plätze bei diesen Fußballfreizeiten sind immer schnell ausgebucht. Camp-Leiter Tobias Barth fügt hinzu: „Talentsuche steht hier absolut nicht im Vordergrund. Wir wollen die Kinder einfach für den Fußball und den SC begeistern.“

In Maulburg war nicht nur das Wetter „sensationell“, so Barth, auch die Bedingungen, die man beim TuS Maulburg vorfand, waren vorbildlich. Mit den fünf lizenzierten Fußballtrainern und Sportstudenten wurde meist in Kleingruppen trainiert, die nach den Freiburger Profis benannt wurden. Am Vormittag fand das Teamtraining statt, und nachmittags gab es immer ein besonderes Programm wie das Füchsle-Abzeichen, das es in Gold, Silber und Bronze gab, die Mini-Champions-League oder zum Abschluss den Familien-Nachmittag. Die Trainingsinhalte entsprechen der Philosophie der Freiburger Fußballschule und sind auch an das Training der Jugendmannschaften des SC Freiburg angelehnt.

Fairplay ist wichtig

Die Vermittlung fußballerischer Fertigkeiten steht dabei immer auch im Zeichen von Fairplay und eines solidarischen Umgangs miteinander. Die Übungen wurden so dosiert, dass es zwischendurch immer mal wieder Pausenzeiten gab, sei es beim Schrumpf-Fußball, wo die Teams zahlenmäßig geschrumpft werden, oder auch mal beim Fußball-Quiz, bei dem die Kinder ihr Fußballwissen unter Beweis stellen konnten.

Auch Stinkeschuhgolf und Vulkan-Torschuss gehören zu den Übungen, bei denen es mal etwas ruhiger zugeht. Passgenau den Ball zu einem abgelegten Schuh spielen, erfordert Ballgefühl. Einen Ball, der auf einem Hütchen aufsitzt und von dort aus ohne Bodenberührung ins Tor befördert werden muss, zu schießen, könnte ebenso ruhig sein, wären da nicht die Strafrunden, wenn der Ball den Boden schon vor dem Tor berührt geht.

Bei der Mini-Champions-League mit zehn Teams gab es eine Camp-Premiere, da Organisator Patrick Stirn auf Seiten des TuS Maulburg nicht nur stellvertretender Jugendleiter, sondern auch schon seit einigen Jahren Schiedsrichter ist. So durfte er das Finale zwischen Barcelona und Juventus Turin leiten, das die Katalanen mit 3:0 gewann.

Barcelona gewann

Bisher nur beim Füchsle-Camp mischte unter den europäischen Spitzenteams auch der SC Freiburg mit. Mit einem Sieg im Elfmeterschießen gegen Real Madrid wurde der Sportclub Fünfter, knapp hinter dem FC Bayern. Im Gegensatz zur echten Champions-League bekamen alle Teilnehmer eine Medaille.

Beim Familien-Nachmittag traten die Eltern, Großeltern und Geschwister gegen die Camp-Kinder in mehreren Disziplinen an, bei dem mitunter auch Glück eine Rolle spielte. Zur Siegerehrung erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde und eine Vesperbox. Für besonders faires Verhalten, für den Teamplayer Enrico, der jedem gestürztem Spieler aufgeholfen hatte, für Jan, den „höflichsten Menschen, den ich je getroffen habe“, so Barth und Julika, die sich als eines von vier Mädchen und zudem jüngste Teilnehmerin wacker gegen die Jungs durchgesetzt hat, gab es Fußballbücher.

Auch die Gewinner einzelner Wettbewerbe wie Zweikampfmaschine, Lattenkönig, Vulkankönig, Stinkeschuhgolfsieger und Elfmeterkönig wurden ausgezeichnet. Sie dürfen ein Heimspiel des SC im Schwarzwaldstadion erleben.

 
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