Müllheim „Dann gibt es das alles nicht mehr!“

Weiler Zeitung, 09.03.2014 23:00 Uhr

Fessenheim (do). Drei Jahre nach dem Gau von Fukushima erinnerte das internationale Aktionsbündnis „Stopp Fessenheim“ mit einer Kundgebung auf den Rheinbrücken zwischen Straßburg und Basel an die Gefahren, die vom ältesten Atomkraftwerk Frankreichs ausgehen.

Am AKW selbst versammelten sich rund 6000 Demonstranten, insgesamt beteiligten sich mehr als 10 000 an der Aktion. Viele der Demonstranten in Fessenheim hatten vorher an anderen Rheinbrücken demonstriert und sich dann zum Atomkraftwerk aufgemacht: Aus Kehl und Sasbach, aus Breisach und Hüningen. Vom Wasserkraftwerk an der Rheinbrücke bewegte sich der Demonstrationszug zum Hauptportal des Atomkraftwerks zur Kundgebung.

Prominentester Gast war der 53-jährige Japaner Naoto Matsumara, der „letzte Mensch von Fukushima“, der in seinem evakuierten Heimatort Tomioka ausharrt, obwohl er mehrfach von den Behörden zum Weggehen aufgefordert worden war. Matsumara gilt als der meistverstrahlte Mensch Japans. Der auf YouTube erschienene Dokumentarfilm „Alone in the Zone“ machte ihn bekannt.

Matsumara erinnerte die Demonstranten daran, dass sie im Gegensatz zu ihm noch ein Heimatland haben. Er habe es auf der Herfahrt gesehen, die über die Weinstraße und durch fruchtbare Felder führte. „Wenn Ihnen das Gleiche geschieht wie bei uns, gibt es das alles nicht mehr“, rief Matsumara. Für die deutsche und französische Übersetzung sowie für eine gute Lautsprecheranlage hatten die Veranstalter gesorgt.

Nach Matsumara, der im Zug mit einer Fahne mitmarschiert war, auf der „Remember Fukushima“ stand, sprachen Eva Stegen, Mitarbeiterin der Elektrizitätswerke Schönau, der Schweizer Aktivist Jürg Joss und die Französin Janick Magne, die eine Professur an der Universität Tokio innehat. „Wir Bürgerinnen und Bürger sind zwar nicht an der Macht, aber nicht ohnmächtig“, rief Ulrich Rodewald, der deutsche Sprecher des Aktionsbündnisses den Teilnehmern zu. Die Stilllegung Fessenheims könne ein Beispiel dafür werden, was durch bürgerliches Engagement erreicht werden könne.

Die Aktion hatte unter einem großen Polizeiaufgebot stattgefunden, das sich dann vor allem mit dem Regeln des Verkehrs zu beschäftigen hatte. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Zwischenfälle gab es keine, es blieb beim friedlichen Protest, zu dem die Veranstalter eindringlich aufgerufen hatten.

 
 

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