Zwei Jahre erfolgreiche Flüchtlingsarbeit liegen in Müllheim hinter Stadtverwaltung und Helferkreis. Beim kommunalen Flüchtlingsdialog am Samstag, 22. Oktober, soll nun ein Resümee gezogen und die weitere Vorgehensweise bei der Integration erörtert werden. Dazu wollen die Stadt, die kommunale Flüchtlingsbeauftragte und der ehrenamtliche Helferkreis mit den Bürgern der Stadt ins Gespräch kommen. Ziel ist es, weitere helfende Hände für die Betreuung zu gewinnen. Von Volker Münch Müllheim. Im beginnenden „Jahr drei“ der Flüchtlingsarbeit seien sich alle Beteiligten einig, dass sich die Augenmerke der Integrationsarbeit verändern werden. „Wir bewegen uns aus dem Krisenmodus. Wir wollen nun die Menschen mit Bleibeperspektive gerne in die Mitte der Gesellschaft begleiten“, kündigt Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich an. Weitere ehrenamtliche Helfer gesucht Bundesweit betrachtet sei die Gesellschaft mit den vorangegangenen Einwanderungswellen nicht wirklich gut umgegangen. „Das können wir besser. Wir müssen für diese Menschen eine Normalität im Alltag herstellen“, erklärt Siemes-Knoblich. Das erfordere eine Arbeit von Mensch zu Mensch, doch „wir brauchen dazu noch mehr ehrenamtliche Helfer“, wendet sie sich an die Bürger. Zuvor allerdings soll nun eine Bestandsanalyse Auskunft über die bisherige Arbeit geben. Tatsächlich hat der Helferkreis, der sich heute als Verein „Zuflucht Müllheim“ aufgestellt hat, in der Vergangenheit relativ selbständig gewirkt. „Wir haben uns dazu in mehrere Arbeitsgruppen mit fünf bis zwölf Mitgliedern aufgeteilt und arbeiten die verschiedenen Arbeitsfelder unabhängig voneinander ab“, erklärt Vorsitzende Katharina Burgdörfer. Eine der großen Leistungen der Arbeitsgruppe „Arbeitssuche und Begleitung“ ist: Von den 120 in Müllheim lebenden Afrikanern – meist Gambier – seien etwa 60 in feste oder in zeitbegrenzte Arbeitsverhältnisse vermittelt worden. Die Chancen steigen mit den Deutschkenntnissen, so Burgdörfer, besonders bei potenziellen Auszubildenden. Das Sprachniveau „B1“ – das entspricht den Sprachkenntnissen eines Hauptschulabschlusses – sei dafür notwendig, hieß es weiter. „Bisher haben wir zehn junge Flüchtlinge in Ausbildung gebracht“, berichtet die Vorsitzende. Verein bringt zehn junge Flüchtlinge in Ausbildung Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Sachspenden wie Kleidung und Fahrrädern. „Leider bekommen wir viel Schrott“, bedauert Burgdörfer. Die Arbeitsgruppe „Gesundheit“ begleitet Flüchtlinge zu Ärzten und wirkt, wenn notwendig, als Dolmetscher. Vorsorge für Kinder und Termine für Im­pfungen würde die Arbeitsgruppe gerne an eine professionelle Betreuung abgeben. Mit den hiesigen Lebensgewohnheiten vertraut machen und bei der Wohnungssuche unterstützen: Dieses Feld übernimmt die Arbeitsgruppe „Wohnungssuche und Alltagsbetreuung“, berichtet Gabriele Babeck-Reinsch. Wertvolle Integrationsarbeit leistet das „Team Afrika“ über den Fußball. Hier wird, so die Vereinsvertreter, über die Teambildung hinaus viel erreicht. Jetzt fehlten nur noch Freunde und Fans, mit denen die kickenden Afrikaner Kontakte pflegen könnten, hieß es weiter. Einen Anspruch auf die Integrationskurse bei der Volkshochschule haben nur Flüchtlinge, die Aussicht auf ein erfolgreiches Asylverfahren haben. „Deshalb fallen viele durch das Raster“, erklärt Annelies de Jonghe. Über Spenden wurden Kurse für die anderen Flüchtlinge finanziert.