Neuenburg Hier bekommt jeder sein Fett ab

Weiler Zeitung, 23.02.2017 23:53 Uhr

Von Alexander Anlicker

Eine dampfende kräftige Fleischbrühe, viel Nudeln und viel Rindfleisch – das beste kommt bei der Narrensuppe in der Neuenburger „Krone“ wie gewohnt zum Schluss. Zuvor gab’s bei der traditionellen Narrensuppe anderthalb Stunden närrische Unterhaltung mit viel Witz und Charme.

Neuenburg am Rhein. „Neiberg isch e scheni Stadt, weils so viele Narren hat. Ha Ha Ha Ha Ha!“, sang bereits zu Beginn ein gut gelaunter Rathauschef in der Bütt. „Letscht mol war d’ Vogt no krank, jetzt säuft er wieder, Gott sei Dank!“, kommentierte Bürgermeister Joachim Schuster launisch seine letztjährige Zwangspause und begrüßte die Gäste im gut gefüllten Saal der Neuenburger „Krone“. Darunter waren die Bürgermeisterin aus der elsässischen Nachbargemeinde und Regionalrätin der neuen Region „Grand Est“, Martine Laemlin, und der Bürgermeister-Stellvertreter aus Bantzenheim, Roland Ohnimus, sowie Bundestagsabgeordneter Armin Schuster.

Zum letzen Mal begrüßte Oberzunftmeister Jürgen Schäfer von der Narrenzunft „D’Rhiischnooge“ die Gäste der Narrensuppe. „Ma kennt, ma meeßt, ma sodd mol dra. Schluss mit Schwätze – fange aa!“: Das Motto der diesjährigen Kampagne nahmen sich die Rhiischnooge zu Herzen und setzten auf den Nachwuchs. „Wir Schnooge denke an morge, und für die Zukunft mach’ ich mir keine Sorge“, sagte der scheidende Schnooge-Chef.

In diesem Jahr musste die Narrensuppe ohne eines ihrer Glanzlichter auskommen, dem Freiburger Duo „Dumm und Schwätzer“, das aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste. Würdiger Ersatz wurde mit dem ehemaligen Kanderner Bürgermeister Bernhard Winterhalter gefunden. Der versierte Büttenredner beschäftigte sich in geschliffenen alemannischen Versen mit dem Dasein als Pensionär.

Frech und spritzig plauderte die „BB vu Neiberg“ (Bernadette Burger) über ihr Eheleben.

Ob Trump, AfD, CDU, CSU, SPD, Horst Seehofer, Winfried Kretschmann oder die Rathauspitze und Bauwirtschaft aus Freiburg – bei der BNZ Clownerie der Breisgauer Narrenzunft aus der großen Zähringer Schwesterstadt bekam jeder sein Fett ab. So muss politische Fasnacht sein.

Nicht fehlen durfte auch der närrische Neuenburger Dauerbrenner – der Ärger mit französischen Einkaufstouristen. So charmant wie beim Chanson „Wir sind Gast“ von Christina Öttlin kam das Thema bisher selten auf die Bühne. „Wir Franzosen lieben Neuenburg. Tabakläden noch und noch, selbst zum Parken findsch ein Loch“, sang die talentierte Sängerin aus den Reihen der Klosterkopfhexen mit französischem Akzent.

Durch das bunte Programm auf dem Narrenschiffe führten die beiden Leichtmatrosen Zigeunerbaronin Daniela Klingenmaier und Lars Schuh mit „Neuenburg Ahoi“.

 
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