Rheinfelden Aktion „Nette Toilette“ klappt nicht

Die Oberbadische, 31.10.2016 20:31 Uhr

Dass die Aktion „Nette Toilette“ in der Innenstadt ein Fehlschlag war, ist der einzige Negativpunkt im Geschäftsbericht der Wirtschaftsförderung (WST). Geschäftsführer Elmar Wendland legte ihn dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vor und konnte durchaus punkten.

Rheinfelden. Wendland begründete das Scheitern mit verschiedenen Gründen: Die Öffnungszeiten und das Jugendverbot in der Gastronomie hätten ebenso dazu geführt wie der fehlende Versicherungsschutz und unerfüllbare finanzielle Forderungen von potenziellen Partnern.

Die 2013 gegründete WST hat sich mittlerweile einen festen Platz erobern können nach einem Jahr des Aufbaus, hielt der Wirtschaftsförderer fest. So würden Anfragen nach Gewerbeflächen mittlerweile ganz überwiegend an sein Büro und nicht mehr an die Stadtverwaltung gerichtet. Dabei sei es schwierig, solches Begehren auch positiv abzuarbeiten. Denn es gibt in der Innenstadt nahezu keinen Leerstand mehr: „Selbst kleine Lokale, die sonst kaum verwertbar sind, finden Interesse und das bei durchaus annehmen Konditionen für die Vermieter“, strich Wendland heraus.

Gewerbeflächen fehlen

Diesen Erfolg wollten die Politiker nicht nur der guten Konjunkturentwicklung, sondern auch seiner Tätigkeit anrechnen. Und auf seinen Hinweis, es fehle nach wie vor an Gewerbeflächen, selbst wenn das Gebiet „Einhege“ am Warmbacher Ortseingang einmal erschlossen sei, reagierten die Gemeinderäte wissend und zustimmend.

Als er aber einen anderen Mangel bestritt, bekam er Gegenteiliges zu hören: Die Behauptung „wir haben keinen Ärztemangel in Rheinfelden“, konterte SPD-Ratsherr Gustav Fischer, das möge vielleicht nach den Kriterien der Ärztekammer so sein, aber „gefühlt in der Bevölkerung ist das anders“. Trotzdem konnte der Wirtschaftförderer darauf verweisen, dass mittlerweile zwei Praxen an Nachfolger übergeben werden konnten, obwohl die Werbeveranstaltung für Mediziner im zurückliegenden Sommer auf eher weniger Resonanz gestoßen war.

Breitbandversorgung

Auch mit der Breitbandversorgung geht es voran, wenngleich auch recht schleppend. Hier verwies Oberbürgermeister Klaus Eber­hardt darauf, dass Rheinfelden gleichsam eine Vorreiterrolle im Kreis zugesprochen bekommen habe. Und Wendland ergänzte, dass es Anfang Dezember eine Informationsveranstaltung für die Schildgassen-Anlieger geben wird.

Touristinfo

Auch der Fremdenverkehrsbereich, der ebenfalls zur Wirtschaftsförderung gehört und laut Wendland mit Gabi Zissel eine rührige Streiterin habe geht es aufwärts: Es wurden im vergangenen Jahr rund 20 Prozent mehr Besucher in der Touristinfo im Vergleich zum Vorjahr registriert. Aktuell liegt die Steigerung bei zehn Prozent. Da rund 500 Interessierte monatlich das Büro aufsuchen, hofft der Wirtschaftsförderer, dass der beabsichtigte Umzug in das benachbarte Büro, das frei geworden ist, klappt.

Einen Ratschlag bekam er, dem Heiner Lohmann von den Grünen ein „glückliches Händchen attestiert wurde, von CDU-Ratsherr Rainer Vierbaum mit auf dem Weg: Er wünschte sich beim Weihnachtsmarkt, dessen Organisation die Hertener Firma Süma Maier an die Stadt zurückgegeben hat, mehr Klasse statt Masse“.