Rheinfelden Ausbildung ist mehr als Fachwissen

Die Oberbadische, 05.08.2016 20:11 Uhr

Was macht eine gute Ausbildung aus und wo müssen Unternehmen und Politik enger zusammen arbeiten? Die CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster und Michael Kretschmer diskutierten diese und weitere Fragen mit Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, Prof. Dr. Eckhart Hanser von der DHBW und Vertretern von Evonik.

Rheinfelden. Evonik-Standortleiter Peter Dettelmann skizzierte die Situation für sein Unternehmen: „Rheinfelden steht nicht nur mit anderen Unternehmen im Wettbewerb, sondern auch mit anderen Standorten von Evonik. Daher ist uns auch der Nachwuchs so wichtig: Von den ausgelernten Evonik-Azubis konnten wir dieses Jahr 95 Prozent direkt am Standort übernehmen. Dies gelingt aber nur mithilfe der Politik. Sie muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir wettbewerbsfähig bleiben sowie die nötige Infrastruktur, damit wir weiterhin auf einem hohen Niveau ausbilden können.“ Dafür brauche es neben einem guten Verkehrsnetz auch Ausbildungszentren auf dem Stand der Technik. Hierzu zähle die Berufsschule in Rheinfelden, die dringend eine neue Ausstattung benötigt.

„Die Berufsschule ist ein wichtiger Partner für die Unternehmen vor Ort, da in Rheinfelden ein Großteil der Auszubildenden aus einem Umkreis von 50 Kilometern kommt“, betonte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt. „Deswegen unterstützen wir seitens der Stadt den geplanten Bau neuer Labor- und Fachräume an der Berufsschule mit Nachdruck.“

Neben der Ausstattung der Berufsschule ist im Dreiländereck auch Internationalität ein zentrales Thema. 2015 hatte Evonik ein Experiment gestartet und die ersten beiden französischen Azubis eingestellt. „Die Erfahrung aus diesem Pilotprojekt zeigt, dass viele bürokratische und kulturelle Hürden gar nicht so unüberwindbar sind, wie sie am Anfang scheinen“, berichtete der Rheinfelder Ausbildungsleiter Thomas Pietrek.“

Michael Kretschmer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bildung, hob hervor: „Das Evonik-Pilotprojekt einer deutsch-französischen Berufsausbildung hat Modellcharakter und einen hohen Nutzen für beide Länder: In Deutschland trägt es dazu bei, unseren Fachkräftebedarf und damit unseren künftigen Wohlstand zu sichern; in Frankreich kann es einen wichtigen Schritt zum Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit leisten.“

Auch die Vermittlung von Werten ist Aufgabe der Ausbildung. In einer sich globalisierenden Welt sind Verständnis für andere Kulturen, Empathie für sozial Schwächere und Neugier auf das Fremde Kernkompetenzen. Deswegen schickt Evonik Rheinfelden alle Auszubildenden des dritten Lehrjahres für eine Woche in soziale Einrichtungen wie Pflegeheime, Flüchtlingsunterkünfte oder Sozialkindergärten. Großes Lob erhielt diese seit vielen Jahren gepflegte Tradition vom Abgeordneten Armin Schuster: „Die soziale Woche bei Evonik ist vorbildlich und eine wegweisende Idee, die regulärer Bestandteil der dualen Ausbildung in Deutschland werden sollte.“

 
 

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