Rheinfelden Rheinfelden ist tief erschüttert

Die Oberbadische, 13.09.2017 23:00 Uhr

Die tödliche Gewalttat an Alfred Gadenne, Bürgermeister von Rheinfeldens belgischer Partnerstadt, hat auch in Rheinfelden tiefe Erschütterung ausgelöst.

Von Ulf Körbs

Rheinfelden. „Es ist schwierig, darüber zu reden“, bekennt Alfred Winkler, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion. Es sei schon „eine dramatische Situation, wenn eine Person des öffentlichen Lebens wegen einer privaten Angelegenheit ums Leben kommt“. Man kann bei dem Sozialdemokraten selbst am Telefon merken, dass er „total erschrocken ist“.

Ganz ähnlich auch bei Winklers politischem Gegenüber, CDU-Fraktionssprecher Paul Renz: „Ich bin fassungslos bei einer solchen Tat aus persönlicher Rache.“ Wobei er gar nicht wisse, ob der „Bourgmestre“, so Gadennes belgische Amtsbezeichnung, überhaupt für die Entlassung und damit für denn Selbstmord des Vaters des mutmaßlichen Täters verantwortlich gewesen ist. Er habe den Verwaltungschef von Mouscron stets als sehr integren und angesehenen Menschen erlebt. Auch Karin Reichert-Moser ist „fassungslos“ und meint: „Schlimm, einfach schlimm.“

Der im Jahre 2006 in das Amt gewählte Gadenne war, wie bereits berichtet, am Montagabend bei dem Friedhof, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft er wohnt, mit durchschnittener Kehle gefunden wurde. Dies berichteten belgische Medien. Ihren Quellen zufolge soll der 18- oder 19-jährige Sohn des gekündigten Feuerwehrmannes die Tat auch gestanden haben.

Diana Stöcker zeigt sich ebenfalls tief erschüttert. Die für die Städtepartnerschaften zuständige Bürgermeisterin teilt auf unsere Anfrage mit: „Ich bin immer noch geschockt und fassungslos über dieses Verbrechen an Bürgermeister Alfred Gadenne. Er war bei Bürger und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sehr beliebt. Ich habe ihn als volksnahen, herzlichen und bescheidenen Menschen kennengelernt.“

Und die in der kommenden Woche anstehende Gründung eines Rheinfelder Freundeskreises für die Belgier kommentiert sie: „Die Verbindung zu unserer Partnerstadt Mouscron ist sehr lebendig und warmherzig. Die Ankündigung, einen Freundeskreis Mouscron zu gründen, hat bei den Verantwortlichen für die Städtepartnerschaft große Freude ausgelöst.“ Die Gründung be-­ komme angesichts der unfassbaren Tat für sie noch einmal einen besonderen Stellenwert. Sie solle auch gegenüber der Familie von Alfred Gadenne, den städtischen Mitarbeitern und Bürgern Mouscron ausdrücken, wie wichtig diese Freundschaft und die enge Verbundenheit sei.

 
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