Der Bau der Untergestelle für die Solarmodule auf der ehemaligen Deponie in Herten wird noch diese Woche abgeschlossen. Bereits am Montag kann die Montage der insgesamt 11 313 Solarmodule beginnen. Dieser Aufbau soll sehr zügig vorangehen.

Rheinfelden. Neben den Solarzellen sind Leitungen zu verlegen und zu verbinden, 66 Wechselrichter aufzustellen und zwei Transformatoren anzuschließen. Am 31. Dezember muss der Solarpark am Rhein betriebsfähig sein, das ist Voraussetzung, um noch Fördermittel nach der bisherigen Regelung zu erhalten. Im kommenden Jahr gibt es nämlich weniger. Die Tragsäulen für die Gestelle sind inzwischen allesamt in den Boden eingebracht. Weil die Deckschicht der Deponie nur 1,50 Meter dick ist, durften auch die Säulen nur rund 80 Zentimeter in den Boden gesenkt werden, deshalb erhielt jede einzelne auch einen Betonsockel.

Größerer Aufwand

Bauleiter Oliver Bold beschreibt es so: „Auf normalen Gelände hämmern wir die Säulen in den Grund, bis sie festsitzen, das ging hier nicht, denn die anderthalb Meter unter der Oberfläche liegt die Dichtfolie der Deponie. Und die darf nicht verletzt werden.“ Deshalb also war der größere Aufwand notwendig.

Die Partner

Beteiligt an diesem Bau sind drei Genossenschaften, mit 50 Prozent beteiligen sich die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), je 25 Prozent übernehmen die Bürgergenossenschaft Hochrheinsolar und Bürgerwindrad Blauen. Josef Pesch, zuständig für erneuerbare Energien bei EWS bewertet die neue Solaranlage als größte im Kreis Lörrach.

„Immerhin erreicht sie eine Leistung von drei Megawatt, das entspricht der Stromversorgung für etwa 300 durchschnittliche Haushalte,“ erläuterte er. Dieser Standort sei ideal, denn das Gelände erhebt sich zum Zentrum hin, die Fläche ist völlig unbeschattet und eine andere Nutzung nicht möglich.

Keine Beeinträchtigungen

Beeinträchtigung der Umgebung sind nicht zu erwarten, lediglich zu gelegentlichen Blendungen könnte es auf der Bundesstraße kommen. Um diese zu verringern, soll ein Zaun errichtet werden, der die Blendung größtenteils aufhalten wird. Pesch erläuterte außerdem, dass sich das Gelände innerhalb eines Jahres wieder zu einem Biotop entwickeln werde. Da die Fläche nach der Montage nur sehr selten zur Kontrolle betreten wird, werde die Grasnarbe schnell verwachsen und dann können sich Tiere in großer Zahl ansiedeln, meinte Pesch.

Standortvorteile

Technisch gesehen bietet dieser Standort den großen Vorteil, dass der erzeugte Strom direkt aus den Transformatoren in die darüber führende zwei Kilovolt-Freileitung eingespeist werden kann. In der jetzigen Dimension erreicht der Solarpark seine Wirtschaftlichkeit. „Zwar werden wir damit keine Reichtümer erzielen können,“ meinte Peter Schalajda von der Genossenschaft Bürgerwinrdrad Blauen, „aber die Kosten sind auf jeden Fall gedeckt, und wir werden einen kleinen Gewinn erzielen.“ Die Solarmodule kommen aus Taiwan, die Wechselrichter aus China. Mit deutschen Erzeugnissen sei die Wirtschaftlichkeit nicht zu erreichen, außerdem gehöre der chinesische Hersteller der Wechselrichter zu den besten der Welt.

In vier Himmelsrichtungen

Auf dem Hügel werden die Module nach den vier Himmelsrichtungen geordnet. Während im Ost- und Westblock die Module einzig in die jeweilige Richtung angeordnet sind, wechseln im Nord- und Südbereich die Aufnahmeseiten zwischen Ost und West. Auf diese Weise lasse sich insgesamt eine größere Effektivität erzielen. Zudem hob EWS-Vertreter Pesch die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadtverwaltung Rheinfelden hervor.