Patrik Schnell ist 19 und Jonas Hoffmann 31 Jahre alt. Beide bewerben sich um die SPD-Bundestagskandidatur und stellten sich am Mittwoch den Rheinfelder Genossen vor.

Rheinfelden. Beide könnten kaum unterschiedlicher sein: Schnell, er hat in diesem Jahr sein Abitur abgelegt und stammt aus dem Ortsverein Hartheim-Eschbach, will „Kante zeigen“, sich für die“kleinen Leute“ einsetzen und die „sozialen Medien“ im Internet für den Wahlkampf nutzen, auch um junge Anhänger zu gewinnen. Aber: „Der klassische Straßenwahlkampf muss auch sein.“ Zudem hielt er fest: „Die SPD kann stolz sein auf die Agenda 2010.“ Der 31-jährige Wirtschaftsinformatiker Hoffmann dagegen zielt auf „soziale Gerechtigkeit“ und gibt zu bedenken: „Basta-Politik erklärt nicht die komplexe Welt.“ Außerdem weiß er, dass unter den Bürgern Angst herrscht, die es ihnen zu nehmen gilt. Er zeigte sich auch einverstanden mit der Feststellung aus dem Publikum: „Wir müssen wieder mehr Solidarität denken, damit Veränderungen keine Angst schürt.“ Die Aufforderung ergänzte Hoffmann noch mit dem Hinweis: „Das müssen wir auch jenen erklären, die sich abgehängt fühlen.“

Direktes Gespräch statt Internet-Wahlkampf

Er war übrigens nicht ganz der Meinung seines Mitbewerbers Schnell in puncto Internetwahlkampf, um die Nachwuchswähler besser zu erreichen: „Wir müssen jungen Menschen persönlich begegnen, um ihnen klar machen zu können: Wir sind einfach die Besseren.“

Mit seinem Stolz auf die Agenda 2010 eckte Schnell durchaus im Publikum an. Ein Zuhörer wollte wissen, warum Sozialdemokraten auf eine Reform stolz sein sollte, die so gar nicht auf die Schwachen in der Gesellschaft abgestimmt sei. Der Jungpolitiker antwortet: „Weil wir hier ausnahmsweise Profil gezeigt haben, auch wenn inhaltlich sicherlich einiges falsch war.“ Man sollte eben „Koalitionsverträge nicht nur der Macht willen“ schließen.

Hoffmann, der aus dem Ortsverein Lörrach stammt, erläutert, warum sich die Menschen eigentlich nicht ängstigen müssten: „Wir leben in einer der sichersten Ecken der Welt. Und zu einem der aktuellen Themen meinte er: „Bei der Rente haben wir kein Problem zwischen Jungen und Alten, sondern eher eines der Verteilung.“ Zugleich sprach er sich gehen ein fixes Renteneintrittsalter aus, auch wegen des Fachkräftemangels. Da gab sich Schnell beinahe radikal: „Höchstverdiener können auch Geringverdiener etwas abgeben; man müsste es ihnen einfach abnehmen.“

Dennoch erweckte er den Eindruck, dass Rentenpolitik für ihn nicht so sehr im Mittelpunkt steht. Zwar seien die meisten Wähler Rentner, „weil sie die Demokratie wertschätzen“. Aber es gelte eben, die Jugend zu gewinnen, das habe gleichsam mehr Zukunft.