Ringen Letzter Kampf entscheidet

Die Oberbadische, 17.09.2017 15:06 Uhr

Von Mirko Bähr

Der TuS Adelhausen hat einen 10:6-Vorsprung vor den letzten beiden Kämpfen nicht ins Ziel retten können. Am Ende war die Enttäuschung groß und eine 10:12-Pleite beim VfL Neckargartach perfekt. Der letzte Kampf musste die Entscheidung bringen.

Rheinfelden-Adelhausen. Mit einem Innenbandanriss hat sich Sascha Keller (75 kg-Greco) in den Dienst der Mannschaft gestellt. „Er wollte nicht einfach nur reinstehen“, macht Coach Florian Philipp klar. Ohne Training, aber mit dem grünen Licht des Arztes ging der Lokalmatador beim Stand von 10:10 auf die Matte und wurde laut Philipp vom Mattenleiter Heiko Schiffke extremst benachteiligt.

„Es ist unglaublich, wie wir da im allerletzten Kampf verpfiffen worden sind“, kann es Philipp nicht fassen. Keller sei marschiert. „Er zieht ihn auf, der Gegner hängt sich nur rein, und dennoch ist Keller der Passive“, schimpft der TuS-Trainer. Und dann lag Fabian Fritz sogar auf den Schultern. In der Bodenlage hatte er den „verkehrten Ausheber“ versucht, der aber von Keller gekontert worden sei. Statt Schultersieg für Keller pfiff der Referee eine vermeintliche Beinarbeit des Gastes ab und bestrafte ihn mit vier Punkten für den Mann im roten Heimdress.

Am Ende musste sich Keller mit 8:12 geschlagen geben. Sehr zur Freude der Heimfans. Die sahen beide Teams nicht in Bestbesetzung antreten. Beim TuS hat das Verletzungspech zugeschlagen. So müssen die Dinkelberger erst einmal auf Alexander Semisorow verzichten, der sich das Syndesmoseband gerissen hat. Für ihn sprang in der Freistil-Klasse bis 66 Kilo Johannes Voegele ein, der gegen Azamat Kabisov keine Chance hatte. Vier Mannschaftspunkte musste auch Stephan Brunner (75 kg-Freistil) bei seiner Saisonpremiere in der Bundesliga und im vorletzten Kampf einstecken. Zu viel, schließlich hatte er mit Christian Maier einen deutschen Gegner.

Eher unglücklich mit 4:5 unterlag im Fliegengewicht Zoheir El Quarragqe Levan Metreveli Vartanov. Er gab damit ebenso einen Teamzähler ab, wie Routinier Konstantin Schneider, der Bogdan Eismont (86 kg-Greco) mit 0:1 beugen musste. „Der Gegner operierte mit Kopfstößen und drehte ihm die Finger um“, fand es Philipp gar nicht lustig.

Auch wenn der TuS am Ende ebenso fünf Mattenerfolge vorzuweisen hatte, so reichte es nicht, um in Heilbronn zu bestehen. Ivo Angelov brannte im 61 kg-Greco-Duell gegen Valentin Lupu ein Feuerwerk beim 16:0 ab. Erst spät in Fahrt kam Danijel Janecic (71 kg-Greco) beim 6:3 gegen Christian Fetzer, während Zelimkhan Khadjiev (80 kg-Freistil) gegen Taimuraz Friev eine „sehr gute Leistung“ beim 7:2-Punktsieg an den Tag legte, so Philipp.

Als echter Fuchs präsentierte sich einmal mehr Michael Kaufmehl (98 kg-Freistil), der gegen den Ex-Adelhausener Stefan Kehrer mit der letzten Wertung exakt mit dem Schlussgong das 4:4-Remis klar machte und das Duell mit 1:0 für sich entschied. In der Vorwoche noch „getuscht“, durfte Christian John (130 kg-Greco) nun ein persönliches Erfolgserlebnis bejubeln. Gegen Eduard Popp gelang im ein 2:1.

„Die Pleite ist unglücklich. Aber wir kennen die Gründe. Die wichtigen Kämpfe kommen noch“, lässt Philipp sich nicht unterkriegen.

 
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