Schliengen „Das war heftig“

Weiler Zeitung, 21.04.2017 23:41 Uhr

Schliengen/Auggen (boe). Der Frost hat die Reben und damit die Winzer im Markgräflerland schwer getroffen. „Wir müssen von einem Schaden in einer Größenordnung von 40 bis 50 Prozent ausgehen“, meinte Thomas Basler, Geschäftsführer des Winzerkellers Auggener Schäf, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das war schon heftig, was wir erleben mussten.“ Die Stimmung bei den Winzern sei dementsprechend gedrückt.

In der Nacht auf Donnerstag war das Thermometer auf minus drei, vier Grad gesunken – viele Austriebe sind komplett erfroren. Das letzte massive Frostereignis in diesem Ausmaß reiche bis ins Jahr 1974 zurück.

Die jetzt verursachten Schäden seien sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei einigen Lagen rechne man lediglich mit 20 Prozent Schaden, bei anderen wiederum mit bis zu 80 Prozent. „Richtig gebeutelt“ sei der Gutedel, die Hauptsorte des Winzerkellers. Nun müsse man abwarten und hoffen, dass sich noch möglichst viele Pflanzen erholen und noch einiges zu retten ist für den Herbst 2017. Aber bis zur Lese könne noch viel passieren, die Vegetation sei noch in einem frühen Stadium, so Basler. Hilfreich sei bei all dem, dass man 2016 einen guten Herbst habe einfahren können.

Der Winzerkeller Auggen ist seit der Fusion mit Laufen mit rund 500 Hektar Rebfläche die zweitgrößte Winzergenossenschaft im Markgräflerland, davon entfallen etwa 350 Hektar auf das Stammgebiet.

Von den Frostschäden ist das ganze Markgräflerland betroffen – und das in der ganzen Bandbreite, berichtet Markus Büchin am Redaktionstelefon. Der Vorsitzende des Vereins „Markgräfler Wein“ betreibt ein Weingut in Schliengen. Es gebe Stellen, die zu 100 Prozent kaputt seien, andere wiederum seien schadenfrei davongekommen. Für die Schliengener Gemarkung schätzt er den Schaden auf 30 bis 40 Prozent. Das genaue Ausmaß und wie viele Reben durch den Frost in Mitleidenschaft gezogen wurden, werde sich noch zeigen. Zumal Hoffnung bestehe, dass die sogenannten Nebenaugen der Knospen noch austreiben, nachdem die Hauptaugen vom Frost zerstört wurden. Problem ist, dass die Ersatztriebe in jedem Fall weniger Ertrag liefern.

Büchin selbst bewirtschaftet mit seinem Weingut 19 Hektar Rebfläche, die verstreut zwischen Tüllinger und Ballrechten liegen. Er geht von einem Schaden von etwa 40 Prozent aus. Seinen Muskateller, eine empfindliche Rebsorte, habe der Frost zu 100 Prozent getroffen, bedauert der Winzer.

„Der Schaden ist da, aber in welchem Ausmaß muss man abwarten“, meinte Kellermeister Benjamin Petry von der Ersten Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim auf Nachfrage. Die WG verfügt über eine Rebfläche von etwa 360 Hektar.

 
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