Schliengen Melodien treffen ins Schwarze

Weiler Zeitung, 26.03.2017 23:57 Uhr

Schliengen-Obereggenen (sih). In der voll besetzten Blauenhalle setzten die 26 Sänger des Männerchors Eggenertal mit ihrem Frühjahrskonzert ein klingendes Zeichen für Tradition und Wandel in der Männerchorliteratur. Mit ihrem Repertoire von volkstümlichen Klassikern bis hin zu Musicalmelodien kamen sie bestens beim Publikum an.

Der erste Teil des Konzerts stand unter dem Motto „Was wir mal wieder singen wollten“. Das Repertoire, verriet Ehrendirigent und Ansager Norbert Weisenseel, war das Ergebnis einer Umfrage unter den Sängern.

Und so intonierte der Chor größtenteils a capella Männerchorklassiker wie Silchers Liebeslied aus dem 17. Jahrhundert „Ännchen von Tharau“. Mit viel Gefühl widmeten sich die Sänger dem anrührenden Evergreen über die schöne Pfarrerstochter. Hier wie auch bei den anderen Liedern kamen die Textinhalte des durchweg deutschsprachigen Repertoires durch die klare Aussprache sehr gut zur Geltung.

Den Melodien wiederum gaben die Sänger mit sauberen Einsätzen und Rhythmusgefühl und guter Umsetzung der jeweiligen Stimmung die Ehre.

Liebeslieder und Trinklieder wie das leichtfüßig, mit hörbar großem Vergnügen intonierte „Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller“ füllten die Halle. Der beschwipste „Blaue Mond“ wurde ebenso besungen wie die frühlingstrunkene Walzerseligkeit von „Im Prater“. Beim locker-leichtfüßig interpretierten „Wochenend’ und Sonnenschein“ meisterte der Chor mit Bravour zuletzt die Herausforderung der komplexen Arrangements der Comedian Harmonists.

Sodann enterten die „singenden Leichtmatrosen vom Wiechser Shanty-Chor“ die Bühne. Unter Andreas Hauris musikalischer Leitung und zu Christine Spickermanns gekonnter Klavierbegleitung brachten die Sänger vom Gesangverein Wiechs mit dem kernigen „Santiano“-Hit „Frei wie der Wind“ die Weite der sieben Weltmeere in das Eggenertal. Und mit ihrer Humoreske „Wir sind die alten Säcke, der Höhepunkt auf jedem Sängerfest“ brachten sie die Halle immer wieder zum Lachen, setzten augenzwinkernd die im Lied geschilderten Schwächen der ersten Tenöre und zweiten Bässe eines Männerchors im reiferen Alter um und ernteten für ihre selbstironische Darbietung großen Applaus.

Als sich dann die Sängerinnen dazu gesellten, wurde es romantischer, etwa mit der alpinen Popballade „Der Weg zu Dir“ – hier agierte der Bass mit seiner gekonnten Imitation von Kontrabass und den Hi-Hats des Schlagzeugs als Rhythmusgruppe. Alpin und anrührend war auch die Zugabe, Hubert von Goiserns Ballade „Weit weit weg“.

Mit Musical-Melodien wie Peter Maffays melancholischem „Ich wollte nie erwachsen sein“ widmete sich der Männerchor Eggenertal im zweiten Programmteil moderneren Evergreens. Da durften die drei populären Lieder aus „Der König der Löwen“ nicht fehlen, vom hymnischen „Circle of Life“ über „Hakuna matata“ mit sauberen Stakkato-Passagen bis zum romantischen „Kann es Liebe sein?“.

Sehr gut kam Abbas „Mamma Mia“ beim Publikum an, mit einer beschwingten Eröffnung durch Pianist Lothar Welsen und ebenso beschwingtem, stimmlich einwandfreien Chorgesang.

Auf starken Applaus folgte als Zugabe Udo Jürgens’ „Ich war noch niemals in New York“ und mit Vergnügen stimmten die Zuhörer in den Refrain ein.

 
 

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