Schliengen Wohlstand kommt auf guten Straßen

Weiler Zeitung, 19.08.2016 22:00 Uhr

Auf seiner Sommertour durchs Ländle machte Landwirtschaftsminister Peter Hauk auch in Schliengen Station. Mit dabei waren der CDU-Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Breisgau, Patrick Rapp, und der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster. Treffpunkt für das Bürgergespräch, zu dem alle Interessierten eingeladen waren, war die Baustelle des Weinguts Büchin an der B 3.

Schliengen. Dort soll in zwei Bauabschnitten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro ein Weinerzeugerbetrieb mit Wohnhaus entstehen.

Firmenchef Markus Büchin stellte das Projekt vor, das die Europäische Union im Rahmen der Unterstützung für betriebliche Strukturmaßnahmen im ländlichen Raum mit 25 Prozent bezuschusst. Die Bodenplatte für das Tanklager mit einer Kapazität von 200 000 Litern und für die Kellertechnik ist fertig, schon am 12. September soll die neue Ernte hier verarbeitet werden, sagte Büchin. Wegen des nassen Frühjahrs vorgezogen wurde die Stützmauer, die das ansteigende Gelände hinter dem Weingut abfängt: 155 Tonnen Granit seien hier verbaut worden, informierte der Bauherr.

Bürgermeister Werner Bundschuh erinnerte an die ersten Überlegungen zusammen mit Büchin, wo das neue Weingut gebaut werden soll. „Wohlstand kommt auf guten Straßen“, sei das Argument gewesen, das schließlich zur Wahl des Standortes an der B 3 geführt habe. „Wir brauchen leistungsfähige Winzergenossenschaften für die Nebenerwerbswinzer, aber auch profilierte Privatweingüter“, betonte Bundschuh. In Schliengen hält er die Mischung aus beidem für geglückt. Schliengen sei eine Expansionsgemeinde, die im „Speckgürtel“ von Basel liegt. Deswegen müsse man auch den Wohnungsmarkt im Auge behalten, was bedeutet, dass man bei der Fortschreibung der aktuellen Flächennutzungspläne und des Regionalplans genügend Flächen für Wohnbau bereitstellen müsse, appellierte Bundschuh an die Adresse der Politiker.

Der Landwirtschaftsminister bekundete „großen Respekt“ für die Leistung und den unternehmerischen Mut der jungen Winzerfamilie. „Der Markt wird Ihnen Recht geben“, ermunterte er Büchin. Und es gehe auch darum, das Kulturgut Wein angemessen zu vermarkten und das Augenmerk der Verbraucher auf das fachliche Können der Winzer im Weinberg und im Keller zu lenken.

Auch Armin Schuster findet Büchins Pläne „ziemlich begeisternd“. Er wünscht sich, dass der Gutedel, das Aushängeschild der Markgräfler Winzer, auch nördlich von Karlsruhe bekannter sein sollte. Er lobte die innovative Architektur des geplanten Gebäudes. Die Verbindung von qualitätsvollem Weinbau und hochkarätiger Architektur in Kombination mit einer nachhaltigen und ökologisch verträglichen Bewirtschaftung und Produktion könne eine eigene „Marke“ werden.

Rapp betonte den hohen Stellenwert, den der Weinbau im Tourismus hat. Der Strukturwandel im ländlichen Raum brauche zudem gute Verkehrsanbindungen und genügend große Flächen, die bewirtschaftet werden.