Schönau Landschaftspflege muss sich lohnen

Markgräfler Tagblatt, 14.01.2017 00:00 Uhr

Von Sarah Trinler

Ein Landwirt, der in den Höhenlagen des Schwarzwalds seine Flächen bewirtschaftet, hat mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Zwar gibt es für die Steillagen Zuschüsse, doch sind diese nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wie am Donnerstag bei einem Hofbesuch des BLHV und des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster bei Landwirt Manfred Knobel in Aitern deutlich wurde.

Aitern. Gleich zu Beginn wurde eines erneut klar: Es wird immer schwieriger, von der Landwirtschaft in den Höhenlagen des Schwarzwaldes ordentlich leben zu können. Manfred Knobel ist Vollerwerbs-Landwirt. Sein ganzer Stolz sind seine Hinterwälder Rinder, die meist auf den Grünflächen rund um den Belchen stehen und deren Fleisch die Familie Knobel in Bio-Demeter-Qualität selbst vermarktet.

Doch zu Knobels Grünland-Besitz gehören auch 60 Hektar Steillage, die sehr aufwendig zu bewirtschaften sind. „Die Landwirte verlieren noch die Lust an der Steillage“, sagte Gertraud Lohrmann, Leiterin des Fachbereichs Landwirtschaft im Landratsamt Lörrach, und spielte damit auf die Förderpolitik der EU an. BLHV-Bezirksgeschäftsführer Albert Zimmermann schloss sich Lohrmann an und monierte, dass kein Unterschied gemacht werde, ob ein Landwirt beispielsweise einen Hang mit fünf Prozent Neigung oder einen mit 45 Prozent bewirtschafte.

Armin Schuster stellte fest, dass die im Schwarzwald herrschende Problematik der unterschiedlichen topografischen Erschwernisse noch immer nicht bis nach Brüssel durchgedrungen seien. „Eine Region wie diese findet man kein zweites Mal“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Manfred Knobel nutze die Gelegenheit, und brachte gleich ein zweites Thema zur Sprache, das ihm Sorgen bereitet: Die neue Düngeverordnung soll starke Einschränkungen für Landwirte enthalten – für einen besseren Wasserschutz. So werden Landwirte sich darauf einstellen müssen, dass zum Beispiel die Ausbringung von Stickstoffdüngern künftig längeren Sperrfristen unterliegt und nur noch bei Aufnahmefähigkeit des Bodens ausgebracht werden darf. Für Festmist soll etwa ein Ausbringungsverbot ab dem 15. November festgelegt werden. „Da wir hier oft erst im Januar Schnee haben, fahren wir meist bis Weihnachten aus“, sagte Knobel, „es wäre ein Wahnsinn, wenn diese Vorgabe wirklich kommt.“

Josef Göppel, Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege, der auf Einladung Schusters nach Aitern gekommen war, versprach, sich dieses Themas anzunehmen. Flexibilität wäre gerade im Schwarzwald mit seinen vielen Steillagen, deren Hangbewirtschaftung äußerst sensibel ist, besonders wichtig. Auch der BLHV sprach sich deutlich für die weitere Zulassung der Festmistausbringung im Herbst/Winter und zudem auf gefrorenem Boden aus.

u Das Thema wurde im Anschluss in einer öffentlichen Veranstaltung in Schönau weiter diskutiert, siehe Regio-Seite.

 
 

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