Seit einem Jahr steht der „offene Bücherschrank“ an der Ecke des Lindenplatzes. Und schon ist er aus „dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken“, wie Henning Uhlich, einer der ehrenamtlichen Betreuer, laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung festhält. Schopfheim. Dabei hielt sich Begeisterung anfangs durchaus in Grenzen. „Der wird sofort beschädigt“ oder: „In einem Jahr steht der eh nicht mehr“ – solche Aussagen seien vor über einem Jahr zu hören gewesen, so Uhlich. Doch Bürgermeister und Gemeinderat seien von der Idee überzeugt gewesen. Mit den Familien Uhlich und Schwörer von der Lokalen Agendagruppe „Sauber und Sicher“ fanden sich engagierte Paten, die sich um den offenen Bücherschrank kümmern. Mittlerweile ziehe der Bücherschrank viele Leser an, die bei schönem Wetter auch die nahen Bänke nutzen, um sich der Lektüre zu widmen. Von Begeisterung, Lob und auch interessanten Begegnungen weiß Henning Uhlich zu berichten, wenn er über den offenen Bücherschrank spricht. Die Leute lobten die Qualität der Bücher und sorgten manchmal selber für Ordnung im Bücherschrank. Allerdings komme es immer wieder vor, dass Bücher in großen Mengen aus dem Schrank entnommen werden, aus kommerziellen Zwecken, wie Uhlich vermutet. Deshalb sind alle Bücher ab sofort mit einem Stempel versehen. Dies soll den Weiterverkauf verhindern oder erschweren. In punkto Sauberkeit und Ordnung seien die meisten abgegeben Bücher in einem tadellosen Zustand, jedoch fänden sich auch immer wieder stark verschmutzte, verschimmelte oder zerrissene Exemplare im Schrank, die aussortiert werden müssten. Die Paten seien pro Tag etwa 30 bis 60 Minuten mit Reinigung, Neubefüllung und Austausch beschäftigt, berichtet er. Doch die Arbeit mache den Paten immer noch sehr viel Spaß. Eine Bitte haben sie jedoch: „Es wäre sehr hilfreich, wenn sich alle Nutzer des offenen Bücherschrankes an die Vorgaben halten, damit uns allen der Bücherschrank noch viele weitere Jahre Freude bereitet“. Bürgermeister Christof Nitz zeigt sich von der positiven Bilanz nach einem Jahr wenig überrascht. „Ich war mir sicher, dass die Bürger den offenen Bücherschrank sehr gut annehmen und das Konzept funktioniert“. Sein Dank gelte den Familien Uhlich und Schwörer, die mit viel Engagement den Bücherschrank „optisch wie auch inhaltlich in Schuss halten“. Weitere Informationen: Wer Fragen zur Benutzung des offenen Bücherschrankes oder Bücher – auch größere Mengen - abzugeben hat, kann sich melden bei den Paten: Henning Uhlich, Tel. 07622/8646, oder Max Schwörer, Tel. 07622/7426.