Schopfheim „Baukosten sind kein Pappenstiel“

Markgräfler Tagblatt, 13.09.2017 00:00 Uhr

Von Petra Martin

Helle Grautöne, warmes Holz, gelbe Flächen in Nischen, keine automatische Lüftung, stattdessen unterschiedlich große Fenster zum Öffnen und eine CO2-Ampel in jedem Raum - einmal mehr begeisterte das Konzept für den Schulcampus mit den Neubauten den Gemeinderat.

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Schopfheim. Dietmar Moser und Matthias Seyfert vom „Architekturbüro 1“ in Linz stellten den Entwurf bei der Gemeinderatssitzung am Montag vor und gingen dabei auch auf die Kosten ein. „Die 23,8 Millionen Euro können wir aufgrund der Einsparungen halten.“

Die Kostenschätzung der Architekten, die den Realisierungswettbewerb gewannen, hatte im Rahmen der Vorentwurfsplanung eine Summe von etwa 29 Millionen ergeben. Vor rund einem Jahr hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, eine Kostendeckelung gemäß Leitbildtagung auf 23,8 Millionen Euro herbeizuführen. Gemeinsam mit einem Projektteam, in dem sich die Bauherren und Nutzer engagierten, wurde das Konzept weiter entwickelt und nach Einsparmöglichkeiten gesucht.

An jedem Gebäude, sowohl am Bestand als auch an den Neubauten, sei gespart worden, ohne dass die Funktion „verloren geht“, so Bürgermeister Christof Nitz. Zu den Einsparungen gehören etwa eine Verkleinerung der Neubauten und eine Beschränkung der Umbaumaßnahmen im bestehenden Gebäude der Friedrich-Ebert-Schule auf Brandschutzmaßnahmen und Elektrosanierung. „Im Altbau konzentrieren wir uns auf das Wesentliche“, sagte Bürgermeister Nitz.

Die Ausgaben, die die Stadt zu schultern hätte - inklusive einer jährlichen Baukostensteigerung von drei Prozent - waren denn auch für mehrere Stadträte das große Thema. „Der Entwurf hat mir gut gefallen“, machte Peter Ulrich (SPD) deutlich. „Wir müssen aber auch darauf achten, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.“ Ihre Fraktion dränge auf die Baukostendeckelung, betonte auch Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler). Die Grünen pochten ebenso darauf, ein Auge auf der Finanzierbarkeit des Projekts zu haben. „Wir brauchen aktualisierte Zahlen“, so Bernd Müller. „Einen Freibrief für die Kosten haben wir nicht ausgestellt“, mahnte Ernest Barnet an.

„Der Index 2016 ist unsere Marke, das ist unsere Benchmark, unser Vergleichsmaßstab“, unterstrich Bürgermeister Nitz. „Ansonsten müssen wir nachjustieren.“ Die Projektgruppe, in der die Einsparmöglichkeiten ausgearbeitet worden seien, habe gute Arbeit geleistet. Es seien einige Millionen Euro eingespart worden, ohne das Grundkonzept zu ändern.

Aber auch die Summe von 23,8 Millionen Euro sei „kein Pappenstiel“, räumte Nitz ein. Es gebe Baukostensteigerungen, doch müssten die Ausschreibungen abgewartet werden. Es handele sich im übrigen um ein über Jahre gehendes Projekt. Nichtsdestotrotz werde man die Kosten im Auge behalten. Nun gelte es zu besprechen, wie es weitergehe. Der Bauantrag werde jetzt fertiggestellt, mit der Baurechtsbehörde fänden Abklärungen statt - dann könne der Bauantrag den Bauausschuss passieren.

 
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