Schopfheim „Das ist ein Selbstläufer geworden“

Markgräfler Tagblatt, 19.05.2017 23:00 Uhr

Ein Siebenjähriger, der einen atemberaubenden Sprung wagt? Eine achtjährige Top-Akrobatin? Ein neunjähriger Jongleur, Schüler, die wichtige Funktionen in einer Stadt übernehmen? Das alles sind aufregende Abenteuer, die wirklich stattfinden: beim verlässlichen Ferienprogramm in Schopfheim.

Von Petra Martin

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Schopfheim. Das Sommererlebnis für Kinder schlechthin – einwöchiges Zirkusprogramm und die in zwei Wochen aufgegliederte Spielstadt – wird derzeit perfekt vorbereitet: vom Jugendreferat der Stadt in Gestalt von Silke Dantona und Katja Janker, vom Familienzentrum mit Noemi Weidner und vom Kiwanis Club Wiesental mit Klaus Brutschin und Ingo Herzog.

Der Kiwanis Club war es auch, der vor vier Jahren den Anstoß zum verlässlichen Ferienprogramm für Kinder gab; das Zirkusprogramm findet denn nun auch schon zum vierten Mal statt. Flyer und Programme brauchen die Veranstalter nicht zu drucken: Das verlässliche Programm ist ein Selbstläufer. „Der Bedarf ist riesig“, teilte Stadtjugendpflegerin Silke Dantona bei einem Pressegespräch mit. Für berufstätige Eltern ist es eine Riesenerleichterung, die Kinder bestens aufgehoben zu wissen.

Mit dabei sein werden zum zweiten Mal auch die Kinder Geflüchteter aus der Gemeinschaftsunterkunft beziehungsweise der Anschlussunterbringung. Das begrüßt Silke Dantona ausdrücklich: „Es ist wichtig, dass sich diese Kinder beteiligen und Kontakte finden können.“

„Schopfheim hilft“ engagiert sich auch hier: Von den 18 Plätzen, die für Flüchtlingskinder reserviert werden, finanziert die Organisation acht Plätze, der Kiwanis Club kommt für die Kosten von zehn Plätzen auf. Für die Flüchtlinge werden die Kosten ermäßigt: Statt 100 Euro kostet ein Platz nur 60.

Die Stadt gewährt aber auch allen anderen einkommenschwächeren Familien Rabatt: Auf Antrag besteht die Möglichkeit auf eine Kostenreduzierung von 100 auf 75 Euro. Bislang seien elfmal Ermäßigungen gewährt worden; besonders Alleinerziehende und für Geschwisterkinder werden die Ermäßigungen benötigt. Irgendwelche Nachweise muss man übrigens nicht herbeibringen, wie Silke Dantona betont.

Zur Finanzierung habe man auch einen Antrag auf Bildung und Teilhabe gestellt, so Noemi Weidner vom Familienzentrum, das die Anmeldungen entgegennimmt.

Die Betreuung der Kinder indes wird von einer großen Zahl an Ehrenamtlichen gestemmt, die mindestens 16 Jahre alt sein und einen entsprechenden Ausweis für Jugendbetreuung vorweisen müssen („Juleica“). Derzeit beteiligen sich nach Auskunft von Silke Dantona 20 Freiwillige an einer Schulung.

Beim Zirkusprojekt wird die evangelische Bezirksjugend unter Leitung von Iris Feldmann die Betreuung übernehmen, kündigte Klaus Brutschin von Kiwanis an. Es handele sich um erfahrene Betreuer. Zusammen mit dem Familienzentrum übernimmt Kiwanis einmal mehr die übergeordnete Betreuung.

Dankbar zeigen sich die Organisatoren, dass sie die Infrastruktur von Schule und Halle in Langenau mitnutzen dürfen. Auch der Ortschaftsrat stehe dahinter. Der Standort sei deshalb ideal, so Silke Dantona. Auch viel Natur habe man um sich, und Wiese und Kanal können mit einbezogen werden. Vielen Kindern gefällt es so sehr, dass sie sogar an zwei Wochen teilnehmen beziehungsweise jedes Jahr aufs Neue gerne mitmachen.

Zumal auch die Verpflegung stimmt, wie Stadtjugendpflegerin Katja Janker betont. „Es wird täglich frisch gekocht, und die Kinder helfen mit.“ Sogar freiwillig.

Verlässliche Ferienbetreuung für Kinder von sechs Jahren an (auch bei schlechtem Wetter): 31. Juli bis 4. August: „Manege frei“ (Zirkus). 92 Plätze sind belegt, acht sind noch frei.

7. bis 11. August: „Komm, wir bauen eine Stadt“. 88 Plätze sind belegt, zwölf sind noch frei.

14. bis 18. August: „Leben in der Spielstadt“. 32 Plätze sind belegt, 68 sind noch frei. Alle drei Programmwochen finden in Langenau statt.

Anmeldungen über die Homepage des Familienzentrums www.familienzentrum-schopfheim.com oder die Stadt über schopfheim.feripro.de. Vorrang haben Familien, deren Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt in Schopfheim liegt.

Das Kernprogramm läuft jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr, darüber hinaus findet von 8 bis 9 Uhr und von 16 bis 17 Uhr eine Betreuung statt. Dieses Jahr gibt es keinen Bus-Shuttle nach Langenau. Jeweils am Freitag findet ein Abschluss mit den Eltern statt, am 4. August um 16 Uhr die große Zirkusvorstellung. Für den 2. August ist ein Gottesdienst geplant. Mit der unterstützenden Jugend- und Kinderinitiative („Juks“) findet ein Fest statt.

 
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