Schopfheim Einzigartige handkolorierte Blätter

Markgräfler Tagblatt, 16.06.2014 23:02 Uhr

Schopfheim / Eppingen. „Es ist für mich eine große Freude und Genugtuung, die sehr erfolgreiche Kultur-Kooperation zwischen unseren beiden Städten zu feiern, und ich bin glücklich darüber, mit wie viel neuen Impulsen und ausgesprochen nachhaltigen Aktivitäten diese Zusammenarbeit die zurückliegenden fünf Jahren geprägt hat“, so der Oberbürgermeister der Kraichgau-Metropole Eppingen, Klaus Holaschke, bei der Eröffnung der neuen Kupferstich-Ausstellung in der Rathaus-Galerie von Eppingen.

„Mit Werner Störk aus Schopfheim und unserem Museumsleiter Peter Riek haben wir zwei starke Brückenpfeiler für diese kulturelle Zusammenarbeit gefunden.“

Mitten im Zentrum der historischen Altstadt von Eppingen wurde im alten Rathaus die neue Galerie eingerichtet, die mit attraktiven Wechselausstellungen und freiem Eintritt lockt und viel Zuspruch erhält.

Auch anlässlich der Vernissage war die Galerie bis auf den letzten Platz besetzt, als Werner Störk die geschichtlichen Hintergründe der großen Zeit der Kupferstecher beleuchtete.

In einem spannungsgeladenen Bogen über die kunstgeschichtliche Bedeutung des Kupferstiches – immer bezogen auf die jeweilige Epoche (Mittelalters, Renaissance, Barocks) - wurden auch die großen Kupferstecher ihrer Zeit wie Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Callot, Merian, Bodenehr, Homann und de Fer vorgestellt.

Mit einer Vogelperspektive der idealtypisch befestigten Stadt Wismar von 1691 - einem Originalstich des französischen Kupferstechers Nicolas de Fer (1648 bis 1720) - bedankte sich Werner Störk im Namen der Stadt Schopfheim bei Eppingens Oberbürgermeister. Vor allem aber bei Peter Riek, seinem direkten Ansprechpartner, der eben nicht nur als Museumsleiter, sondern als weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter freischaffender Künstler nun auch in der modernen Museumsdidaktik immer wie erstaunlich kreative, innovative und damit einmalige Installationen schafft.

Für Eppingen ein „ausgesprochener und einmaliger Glückfall“ – wie Störk in seiner ebenfalls äußerst positiven Bewertung dieser Zusammenarbeit unterstrich. Die „Kunst des Krieges“ – so der Titel der nun laufenden Kupferstich-Ausstellung - meint hier einmal nicht die Kriegskunst, sondern tatsächlich vor allem die Kunst des Barock und ihre zahlreichen Künstler und Kupferstecher, die von den Kriegsherren profitierten und zu deren Verherrlichung und Ruhm beitrugen.

Karten mit geometrisch exakt gezeichneten Formen von Befestigungen und Truppenaufstellungen - auch aus dem Umfeld der „Eppinger Linien“ (einem Teilstück der großen Schwarzwald-Linie des Türkenlouis) - zeugen von der einzigartigen Virtuosität jener berühmter Künstler.

Die kostbaren Blätter der einstigen Sammlung von Werner Störk befinden sich im Besitz des städtischen Museums Schopfheim.

Die Sammlung umfasst über 500 originale Kupferstiche, von denen in Eppingen 50 Exponate – vor allem großformatige und zum Teil noch original handkolorierte Blätter - gezeigt werden. Dass die Kulturkooperation zwischen Eppingen und Schopfheim neben den drei Ausstellungen vor allem auch im touristischen Bereich wertvolle Impulse gesetzt hat, belegen nicht nur gemeinsame Fachtagungen.

Für den Herbst 2014 plant das Naturparkzentrum im Naturpark Stromberg-Heuchelberg die Eröffnung eines künstlerisch-historischen Wanderweges. Impulsgeber dafür waren unter anderem auch die Gersbacher Kulturwege, vor allem die Kombination aus Kunst- und Skulpturenpfad sowie der Schanzen- und der Dorfweg.

Entlang der „Eppinger Linie“ sollen so bis zum Spätsommer insgesamt neun große begehbare Skulpturen installiert werden, die verschiedene historische Aspekte mit ihrem jeweiligen aktuellen Bezug aufgreifen und in symbolhafter Weise darstellen. „Uns gehen die Ideen für neue Projekte sicher nicht aus“, meinte Peter Riek beim Abschied. Da ist sich auch Werner Störk ganz sicher.

u Die Ausstellung „Kunst des Krieges“ dauert noch bis zum 20. Juni. Die Öffnungszeiten der Galerie im Rathaus Eppingen: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 13.30. bis– 17.30 Uhr.