Die Stadt bleibt konsequent: Sie lehnt den „Glaserkopf“ als Vorranggebiet für Windkraftanlagen auch im Regionalplan ab.

Schopfheim (wm). Zur Begründung verweist sie auf die „sehr erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“, die durch die Windräder zu befürchten sind.

Dieses erneute Veto bezieht sich auf den Regionalplan, nicht zu verwechseln mit dem Flächennutzungsplan, wo sich Schopfheim ebenfalls gegen den geplanten Windpark auf Hasler Gemarkung ausgesprochen hat (wir berichteten).

Ursprünglich hatte der Regionalplan nur den Rohrenkopf und die Hohe Möhr als Vorrangebiete ausgewiesen, den „Glaserkopf“ sowie die „Untere Rütte“ auf dem Hotzenwald hingegen ausgeschlossen, um eine „übermäßige Belastung“ vor allem des Landschaftsbildes rund um Gersbach zu vermeiden.

Nachdem der Standort Hohe Möhr jedoch aus dem Flächennutzungsplan gepurzelt war, sah sich der Regionalverband veranlasst, das Planungskonzept mit Blick auf die Gesamtsituation in allen drei betroffenen Landkreisen (Lörrach, Waldshut und Konstanz) zu ändern und einer erneuten Gesamtbetrachtung zu unterziehen.

In diesem Zusammenhang rückte der Glaserkopf wieder als Vorranggebiet in die Planungen, zumal für Gersbach dann trotz der zwei möglichen Standorte „keine Umfassung“ durch Windräder gegeben sei, teilte der Regionalverband der Stadt mit.

Der Bürgermeister nahm’s eher gelassen zur Kenntnis und fasste die insgesamt höchst komplizierten unterschiedlichen Planungsverfahren zur Windkraft mit einem Satz zusammen: „Was der Regionalverband beschließt, hat für die konkreten Planungen nur bedingt Konsequenzen".

Für die Markgrafenstadt sei klar, dass sie den Plänen des Regionalverbandes mit einer Ausnahme zustimme: Der „Glaserkopf“ sei als Windkraftstandort zu streichen. „Es kann nicht sein“, so Christof Nitz, „dass Gersbach von zwei Seiten durch Windräder zugebaut wird“.

Ernes Barnet tat sich mit dem undurchschaubaren Prozedere auf unterschiedlichen Ebenen ebenfalls schwer und fragte sich, ob das bei Atom- und Kohlekraftwerken auch so kompliziert sei. Trotzdem gebe es „keine Alternative zur Energiewende“, so der Grüne-Stadtrat. Allerdings sehe er auch für sie Grebei den Abständen zur Wohnbebauung. Er lehne den Glaserkopf nicht rundweg ab, nur dürften die Windräder nicht bis zu 350 Meter an die Häuser heranrücken. Andreas Kiefer (Unabhängige) pflichtete seinem Vorredner bei.

Der Gemeinderat stimmte der Regionalplanung insgesamt zu, lehnte den Glaserkopf als Vorranggebiet für Windkraft indes ab.