„Schopfheim hat ein sehr großes Entwicklungspotenzial in städtebaulicher Hinsicht“: Das glaubt Karin Heining. Und sie muss es wissen: Die studierte Architektin ist seit 1.gestern nicht nur neue Leiterin des Fachbereichs I (Bau und Technik) in der Stadtverwaltung, sondern in dieser Funktion auch Stadtplanerin.

Schopfheim . „Sie ist eine wirklich kompetente Frau und in der Lage, den Fachbereich gut zu führen“, freute sich Bürgermeister Christof Nitz, als er gestern die neue leitende Mitarbeiterin im Rathaus vorstellte. Mit dem Dienstantritt von Karin Heining schließt die Stadt zugleich den Umbau der Organisationsstruktur in der Stadtverwaltung ab.

Aufgrund eines Gutachtens hatte der Gemeinderat beschlossen, den Bürgermeister und den Beigeordneten von der Leitung ihrer jeweiligen Fachbereiche (FB) zu entbinden.

Den FB II (Zentrale Dienste) leitet anstelle des Bürgermeisters seit dem Jahreswechsel Thomas Spohn, den FB I nunmehr Karin Heining. Ruthard Hirschner, der bisher dem FB I vorstand, vertritt wie bisher das Stadtoberhaupt d kümmert sich um alle juristischen Belange.

Mit Karin Heining hat die Stadt auch die lang gesuchte neue Stadtplanerin endlich gefunden. Nach dem Architekturstudium an der TH München arbeitete die gebürtige Aschaffenburgerin bei der Regierung in Oberbayern und zuletzt 24 Jahre in der Stadtplanung in Lörrach. Insofern sei ihr dieses Metier seit langem geläufig und mache ihr auch großen Spaß, erklärte die 57-Jährige gestern bei ihrer Vorstellung. Den Wechsel nach Schopfheim begründet sie damit, dass die Aufgabe der Fachbereichsleitung mit allen Facetten sie sehr reize. Ihr sei schon bewusst, dass die Aufgabe in der heutigen Zeit nicht leichter werde – Stichworte: Umwelt, Klimaschutz, Wohnungsmarkt und Bürgerbeteiligung.

Auf Schopfheim freue sie sich sehr. „Mir lag die schöne Altstadt und das Umfeld schon immer am Herzen“, so Karin Heining. Seit der Gemeinderat beschlossen hatte, sie als Stadtplanerin zum 1. Dezember einzustellen, habe sie sich mit vielen Themen bereits vertraut gemacht und an Sitzungen teilgenommen. Auch bei den Haushaltsberatungen saß sie bereits mit am Tisch.

Sie freue sich jedenfalls sehr, die Markgrafenstadt „auf ihrem städtebaulichen Weg begleiten zu dürfen“, so Heining. Für viele Projekte seien die Weichen bereits gestellt – Eisweiher-Bebauung, Gardner-Denver-Areal (wo auf ihre Anregung hin auch eine Grünplanung hinzukam), Uehlin- und Vogelbachareal.

„Die Entwicklungsmöglichkeiten Schopfheims sind größer als die von anderen Städten im Kreis“, zeigt sich die neue Stadtplanerin überzeugt, die in den ersten 100 Tagen ihrer offiziellen Dienstzeit den Fokus zunächst einmal auf die Leitung ihres Fachbereichs legen will.

Mit Blick auf den Standort der neuen Zentralklinik erklärt Heining, Schopfheim habe einen geeigneten Standort vorgeschlagen. Sie hoffe sehr, dass die Entscheidung nach sachlichen und objektiven Kriterien erfolge sowie „unter Abwägung der Folgekosten“, die ja von der Allgemeinheit zu tragen seien.

„Wir haben ein paar große Aufgaben vor uns“, resümierte Bürgermeister Christof Nitz. Da werde es der neuen Stadtplanerin mit ihrer 70- Prozent-Stelle „sicher nicht langweilig“.