Schopfheim Jury belohnt „herausragende Besonderheit“

Markgräfler Tagblatt, 20.03.2017 22:00 Uhr

Schopfheim (wm). Mehr als nur ein Blickfang: Das ehedem unscheinbare Einfamilienhaus aus den 70er Jahren in der Kapellenstraße in Wiechs ist nicht nur optisch kaum mehr wiederzuerkennen.

Mit seinen dunklen Kunststofffassade wirkt das kubische Gebäude fast schon futuristisch. Und auch seine inneren Werte haben es in sich: Das ehedem ungedämmte Gemäuer verwandelte sich im Rahmen eines Umbaus in ein energetisches Vorzeigegebäude, das nahezu Passivhaus-Niveau erreicht.

Für das innovative Energiekonzept und den gestalterischen Mut ernteten Architekt Thomas Kuri und Bauherr Roman Roschig jetzt auch einen besonderen Lohn.

Beim Wettbewerb „Getec Award“ sprach die Jury dem Bauwerk in Wiechs eine Anerkennung aus. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller überreichte Kuri und Roschig den Preis in Freiburg höchstpersönlich.

Den Wettbewerb lobte die Fachmesse „Gebäude-Energie-Technik“ anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens aus. In zwei Kategorien (Neubau und Sanierung/Modernisierung) konnten sich Bauherren und Architekten aus dem gesamten Regierungsbezirk beteiligen. Neben jeweils drei Preisen in den beiden Kategorien vergab die Jury außerdem „Anerkennungen" für solche Projekte, die nur ganz knapp an einer Prämierung vorbeischrammten, aber in manchen Kriterien doch „herausragende Besonderheiten aufweisen“.

Diese Voraussetzung sahen die Juroren beim Sanierungs- und Aufstockungsprojekt in Wiechs als erfüllt an. Roman Roschig wollte das Haus seiner Großeltern modernisieren und um eine Einliegerwohnung erweitern. Im Rahmen des „individuellen Energiekonzeptes“ blieben die alten Außenmauern erhalten.

Die davor angebrachte transparente Wärmedämmung (eine Polycarbonatfassade mit Hinterlüftung) dient in Verbindung mit Luftkollektoren und einer hocheffizienten Wärmepumpe zugleich als Energiequelle. Eine Gas- oder Ölheizung braucht das sanierte Gebäude deshalb überhaupt nicht mehr. „Wir hatten trotzdem den ganzen Winter warm“, betont Roman Roschig.

Für die Aufstockung im Obergeschoss setzte Architekt Thomas Kuri eine so genannte „Diodenwand“ ein. Dabei handelt es sich nach seinen Angaben um eine neu entwickelte Holzständerwand, die in Verbindung mit der Luftkollektorfassade der Energiegewinnung dient. „Das müssen wir uns noch patentieren lassen“, freut sich der Architekt über den durchschlagenden Erfolg.

 
          0