Schopfheim . Im Rahmen des Tages der Freien Schulen in Baden-Württemberg war Rainer Stickelberger in der Freien Waldorfschule zu Gast. Die Klasse 10 sah dem prominenten Besuch erwartungsvoll entgegen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete zeigte sich laut Pressemitteilung der Schule zunächst etwas erstaunt über die Größe der Klasse (36 Schüler). Er erfuhr allerdings, dass die gesamte Klasse fast nur im so genannten Hauptunterricht von 8 bis 9.40 Uhr zusammen sei. Die Fachunterrichte fänden in Halbierungen, die handwerklich-künstlerischen Fächer sogar in Drittelungen statt, so dass im Schnitt ein Schüler-Lehrer-Verhältnis von etwa 14 zu eins entsteht.

Bereits von Anfang an gelang es Rainer Stickelberger, eine lockere Stimmung zu erzeugen, indem er aus seinem Privatleben erzählte und auch die Schüler mit einbezog.

Eine der ersten Fragen an ihn war, wie er denn zur Politik gekommen sei. Er erwiderte, dass er schon in jungen Jahren sehr an Politik interessiert gewesen sei, da auch seine Eltern sich politisch engagierten.

Ziemlich schnell stand die Frage im Raum, wie er persönlich zur Waldorfschule stehe. „Sehr positiv“, antwortete Stickelberger. Er meinte, über Pädagogik wisse er zwar nicht viel, doch bereits nach einer Viertelstunde könne er den Geist einer Schule spüren, und der an der Waldorfschule sei ein sehr guter.

Der Abgeordnete lobte vor allem, dass die Schüler nicht auswendig gelernte Fragen abspulten, sondern dieselben spontan und aus ehrlichem Interesse stellten. Die Finanzierung der Waldorfschule durch das Land behage ihm allerdings nicht.

Er berichtete außerdem, dass die vorige Landesregierung den Freien Schulen eine 80-prozentige Finanzierung zugesichert habe. Auf die Frage, warum nicht gleich 100 Prozent, sagte er nur, dass dafür das Geld im Landeshaushalt fehle.