Sportmix Britischer Dreifach-Triumph

Die Oberbadische, 14.08.2017 00:47 Uhr

Von Gerd Lustig

Der alte Europameister auf der Grasbahn ist auch der Neue. Beim EM-Finale, das erstmals beim traditionellen Grasbahnrennen des MSC Rebland auf dem Markgräfler Ring in Hertingen ausgetragen wurde, holte sich der Brite James Shanes auf bestens präparierter Bahn erneut den Titel in der Solo-Klasse.

Hertingen. Tagszuvor waren die eigentlich für Freitag geplanten Rennläufe in der Enduro-Klasse wegen starker Regenfälle in der vergangenen Woche abgesagt worden.

Der 20-jährige Engländer präsentierte sich am Samstag in bestechender Form und zeigte von Beginn an seine Klasse. War er bereits im Training die besten Zeiten und schnellsten fliegenden Runden gefahren, so dominierte er auch beim EM-Finale in allen vier Vorläufen und siegte jeweils mit großem Vorsprung.

Letztlich ließ er auch im A-Finale nichts anbrennen. Nachdem ihm auch noch das Losglück in die Karten spielte, indem er als Zweiter auf der Außenbahn starten durfte, übernahm er nach der ersten Kurve die Führung und fuhr souverän zum EM-Titel. Zweiter wurde sein Landsmann und mehrmalige Hertingen-Sieger Andrew Appleton. Den britischen Triumph im Rebland vollends perfekt machte Edward Kennett. Der Speedway-Spezialist konnte die Angriffe der beiden deutschen Christian Hülshorst und Stephan „Catman“ Katt erfolgreich abwehren und schaffte es ebenso aufs Podium. Mit Platz sechs musste sich der Tscheche Hynek Stichauer begnügen. Nach den vier Vorläufen hatte er immerhin die zweitmeisten Punkte, unter anderem zwei Siege, eingeheimst und war fürs Finale mitfavorisiert worden.

„Eine wunderbare Bahn und eine wunderbare Titelverteidigung“, freute sich James Shanes nach „getaner Arbeit“ und seiner erfolgreichen Hertingen-Premiere. Es werde sicherlich in Zukunft ein Wiedersehen geben, versprach er.

Das hat im Übrigen auch der diesmal unterlegene Hertinger Dauergast Stephan Katt bekundet. Der Norddeutsche, der sechs Team-WM-Titel, drei EM- und zwei DM-Titel sowie bislang fünf Siege bei den Hertinger Grasbahnrennen verbuchte, war nicht unbedingt enttäuscht über seinen fünften Platz: „Es hat wieder tierisch Spaß gemacht, es war einfach nur geil, hier zu fahren“, sagte der Publikumsliebling, der es liebt, in seinem Sport aufs Ganze zu gehen. „Leider hat’s hat halt diesmal nicht zu mehr gereicht“, so Katt.

Große Freude kam indes bei Christian „Hülse“ Hülshorst auf. Der Mann vom AMSC Lüdinghausen, der sich als Zweiter des B-Finales noch für den Endlauf qualifiziert hatte, erzielte mit Rang vier sein bislang bestes EM-Resultat. Das gute Ergebnis aus deutscher Sicht komplettierte Bernd Diener aus Gengenbach, mit 58 Jahren der Oldie der Szene, mit Platz neun.

Außer dem EM-Finale in der Solo-Klasse gab es auch noch Rennen in der Internationalen Seitenwagen- und B-Lizenz-Seitenwagenklasse. Den Tagessieg holte sich in der internationalen Kategorie das Team William Matthijssen/Sandra Mollema vor dem deutschen Erfolgsgespann Markus Venus/Markus Heiß und Markus Brandhofer/Tim Scheunemann.

In der B-Lizenz siegten Raphael San Millan/Benedikt Zapf aus Gengenbach vor Roman Löffler/Patrick Fischer aus Furtwangen und Sebastian Kehrer/Patrick Lepnik (Kleinpienzenau).

 
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